entformen,
V.
›im Zustand mystischer Kontemplation die irdische Form und Gestalt des Ichs auflösen und auf eine höhere, sich Gott annähernde Bewusstseinsebene führen‹; zu 1a.
Wobd./oobd.; 14. und 15. Jh.; Texte der Mystik.
Bedeutungsverwandte:
2, ; vgl. 3.
Wortbildungen:
entformung
›Verformung, Entstellung‹ (dazu bdv.: ).

Belegblock:

Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
in den grunt wurt diser geist wider in getrungen úber alle bilde und formen, ir selbes entformet und entbildet, und sint in úber wise geroten.
(1359):
In disem vernútende sint si [menschen] ir selbes also gruntlichen entformet.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
236, 24
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
Nu vellit er [mensch] in die besmitzung, nach dem unde er verlüset oder beroubet wirt der gezierde der gnaden von der entformunge oder entstellunge der sünden.
Höver, Bonaventura. Itin. B
601
(
moobd.
,
1450
/
60
):
der oͤbrest spicz der begird muͦs gancz auff getragen vnd auch entformet sein jn got.
Vgl. ferner s. v. 7.