antwerk,
das
;
-(e)s/-e
, auch
;
semantische und lautliche Kontamination mit
handwerk
;
antwerk
1 zu
entwürken
›zerstören‹ (Lexer
1, 600
).
1.
›Kriegs-, Belagerungs-, Wurfmaschine‹.
Zur Sache: Lex. d. Mal.
1, 736
.
Bedeutungsverwandte:
1
,
1
 2,  9.

Belegblock:

Thiele, Minner. II,
13, 103
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
man huffet antwerck schir und auch die buchsen.
Bernoulli, Basler Chron.
5, 59, 2
(
alem.
,
1368
):
Do lúchent im die von Basel 24 glefen mit 120 schúzzen in irem kosten, und dienten im mit einem antwerk, das hies Harimars.
Chron. Augsb.
1, 86,
Anm. 1 (
schwäb.
,
1388
):
10 ℔ d. dem Derrer et suis von ufrichten die antwerck und die katzen.
Primisser, Suchenwirt
18, 412
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Antwerch, chatzen, auzerwelt, | Pracht fuͤr di stat ain maͤchtig her.
Gereke, Seifrits Alex.
6193
(
oobd.
, Hs.
1466
):
manigen list sy betrachten, | anttwerch hoch und chaczen, | das sy mit in wolten chraczn.
Langmantel, Schiltb. Reiseb.
11, 31
(
oobd.
,
n. 1427
):
da schickt er noch mer volcks und hyeß püchsenn pringen und hantwerch machen.
Schmitt, Ordo rerum
276, 33
;
Giustiniani, Adam v. Rottw. A
1231a
;
Voc. Teut.-Lat. b iiijv;
Schwäb. Wb.
1, 279
;
Schmeller/F.
2, 985
.
2.
›Handwerkerschaft; einzelne Handwerkerzunft; Gesamtheit aller der Handwerkerschaft oder einer Handwerkerzunft Angehörigen; Vertretung der Handwerkerschaft oder einer Zunft‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (
das
9 (zur 2. Variante).

Belegblock:

Chron. Strassb.
1, 123, 12
(
els.
,
1362
):
sü sattent ouch [...] einen ammanmeister, der ein houbet solte sin der antwerke.
Ebd.
2, 776, 24
(
A. 15. Jh.
):
Do gingent die burgere und die antwerke zuͦsamene, und sattent einen nuwen rot.
Ebd.
777, 16
:
Sus kam der gewalt us der herren hant an die antwerke.
Welti, Urk. Rheinfelden
189, 32
(
halem.
,
1436
):
hette dehein knecht mit deheinem sinem meister [...] utzit [...] anzesprechen, dz sol er vßtragen vor der meisterschaft sins antwerckes in derselben statt.
Geier, Stadtr. Überl.
23, 3
(
nalem.
,
1364
):
das enkain antwerk [...] sol enkainen zunftmaister nemen, won der ain antwerk
[hier: ›Tätigkeit‹; zu 3]
tribet, das in derselben zunft ist.
Welti, Stadtr. Bern
176, 7
(
halem.
,
1373
):
wenne ein schuͦchmacher wil werden meister sines antwerchs.
Roder, Stadtr. Villingen
79, 31
(
önalem.
,
15. Jh.
):
Wir haben gesetzt, daz die zunftmaister dehainem irs antwerks noch suss dehainem dehain zunft lihen súllen.
Leisi, Thurg. UB
8, 472, 27
(
halem.
,
1400
):
kament da fúr mich [...] die erbern lút Hans Zehender und Kúster Tescheler, die schuͦmacher, von Diessenhoven, und offenotend vor offem gericht mit ir fúrsprechen von gemainer schuͦmacher und des antwerchs wegen von Diessenhoven.
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
35, 32
(
noobd.
,
1307
):
daz er bi sinem aide [...] fuͤrbaz mit cheinem antwerche von der stat gemainschaft und gesellschaft habe.
Wmu
1, 117
.
3.
›handwerkliche Tätigkeit, Ausübung, Betreibung eines Handwerks‹; Metonymie zu 2.
Bedeutungsverwandte:
 6,  1; vgl. (
das
8.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
1, 220, 1
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Die mit antwerken umbegânt, die redent gerne von den antwerken.
Gille u. a., M. Beheim
24, 26
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Der was mein vater und ein weber, das ist war, | er lernet mich ǎch weben dis antwerge.
Chron. Strassb.
2, 1029, 35
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
das er sich mit eren und mit sime antwerck oder sinre arbeit begange.
Geier, Stadtr. Überl.
107, 4
(
nalem.
,
1400
):
das die fúro in unser statt [...] núnt naͤgen noch ir antwerk triben sond in kain weg.
Roder, Stadtr. Villingen
13, 21
(
önalem.
,
1306
):
Die denne des rátz werdent pflegen oder der antwerck oder der muͤßiggenger.
Strauch, Schürebrand
45, 15
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
also ein lerekint zuͦ jüngest ein meister wurt durch empzige grosse uͤbunge und würcken des antwerckes oder künste.
Adrian, Saelden Hort
6891
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
swel sich ir hend arbait | begant und ir antwerken, | [...] | daz die die saligosten sint.
Kläui, Urk. Kaiserstuhl
59, 12
(
halem.
,
1423
):
dz ouch entwedrer tail den andern nͥt luͥtzen, vernuͥtigen, schelten, sumen oder irren weder mit knechten oder ane knecht oder suzz mit dehainen andern sachen, so dz antwerk antrift oder ane langet, dehainen schaden bringen nach beren sol.
Leisi, Thurg. UB
8, 370, 6
(
halem.
,
1398
):
daz únser herr únser dehainem erlobti, in dehain statt oder land ain antwerk ze lernen oder sinem antwerk nach ze loͮffent.
Niewöhner, Teichner
503, 130
(Hs. ˹
oschwäb.
,
1368
˺):
schuͦster, schnider, buͦman | oder waz antwerck er nuͦ kan, | da mag ez gevallen uff.
Dierauer, Chron. Zürich
162, 17
;
Wmu
1, 117
.
4.
›Produkt handwerklicher, erfinderischer Tätigkeit; Ausrüstung, Handwerkszeug‹; Metonymie zu 3.

Belegblock:

Chron. Strassb.
1, 240, 16
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
Dises Lameches süne und döhter worent gritig und erdihtetent vil antwerg und ander kunst, domitte sü möhtent guͦt gewinnen.
Schwäb. Wb.
1, 279
.