anmutung,
die
.
1.
›Anliegen‹; im Unterschied zu
anmuten
1 in der Regel gegen die Handlungsnorm, deshalb: ›Verlangen, Forderung, Ansinnen, Zumutung, Belästigung‹; speziell: ›(verbotene) Heischehandlung (des Bettelns)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .

Belegblock:

Chron. Mainz (
rhfrk.
,
15. Jh.
):
irhup sich ein zweitracht zu Mentze [...] umb solich anmudunge und furderunge, die dan die rathern von den zonften zu Mompaselier an die Zonftmeister und zonfte daden.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
28, 28
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Alle tag neue anmutung oder keifen, alle wochen fremde aufsatzung oder murmeln.
Chron. Nürnb. Anm. 1 (
nobd.
,
15. Jh.
):
ist im underwegen von den benanten crewtzern etwas wider willens begegnet und anmuͦtunge bescheen, inen das gefallen gelt zu behenden.
Wickram
4, 19, 3
(
Straßb.
1556
):
mein freunt / woͤllest mir deine anmuͤtung eroͤffnen / will ich dir fast gern [...] willfaren.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
So dan in durch dis anmuͦtung nuͤt dan ein frid der ganzen kristenheit wirt gesuͦcht.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1416
):
das von dishin nieman [...] zuͦ deheinem huse vmb fleisch gan noch hoͤischen sol, oder mit iro botten dehein anmuͦtunge tuͦn.
Adomatis u. a., J. Murer Bab.
893
(
Zürich
1560
):
wie das der Persich küng offtmal | Etwas anmuͤtung an uns hatt | wie er ufsetzt unserer statt | Yetz hoͤuscht er das / dann yens und diß.
Turmair (
moobd.
,
1. H. 16. Jh.
):
unbeschwert ainicher meute, zole, standgelt noch anderer anmutungen.
2.
›Zuneigung, Liebe zu jm.‹; allg.: ›Gemütsbewegung, innere Erregung‹;
vgl. .
Bedeutungsverwandte:
 4; vgl.  1;  12; .

Belegblock:

Eschenloher. Medicus (
Augsb.
1678
):
wegen seiner zu Deme tragenden Lieb vnd Anmuthung.
Maaler (
Zürich
1561
):
Ey / Ein stimm mancherley anmuͦtung oder anfechtung anzeigende.
Volkmar (
Danzig
1596
):
Affectio, eine anmutung / bewegung des gemuͤts.
Hulsius 5v.
3.
›Neigung, Anlage, Anregung, Motivation zu etw.‹.

Belegblock:

Goedeke, Fischart. Chr. Kinderz.
54
(
Straßb.
1576
):
an inen [Kindern] wird | Natur lieblich anmutung gspürt, | Als in den aller schönsten geschöpfen | Daraus wir sonst ergötzung schöpfen.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
daß auch die vnvernuͤnfftigen Thier ein anmuhtung haben zur Music.
Ebd. S. :
Wem nunmehr so beweglichs anmahnen, [...] wie auch der so manigfache reiche nutz vnnd frucht deß singens, kein anmutung macht zu Geistlichen Liedern.
Adomatis u. a., J. Murer. Hest.
840
(o. O.
1567
):
Mit inen sond ir üch ergetzen | Eb ir zum tisch üch nidersetzen | Mit einem reyen nachs lands sitt | Der demnach ein anmuͦtung gitt | Zuͦ spyß und tranck und froͤligkeit.
4.
›Skontierung, Gewährung von Skonto‹.

Belegblock:

5.
bedeutungsverwandt zu  6.