abspannen,
V., unr. abl.;
die etym. Trennung zwischen
1
abspannen
<
mhd.
(abe)spanen
›locken‹
(Lexer
2, 1067
) und
2
abspannen
<
mhd.
(abe)spannen
(Lexer
2, 1069
) ist semantisch nicht mehr sinnvoll, was mit der lautlichen Angleichung von
1
abspannen
an
2
abspannen
korrespondiert (vgl. Dwb, Neub.
1, 976
; v. Bahder, Wortwahl.
1925, 92
);
vgl. .
1.
›jm. jn. abwerben (bes. aus einem Dienstverhältnis)‹; auch ›jn. von jm. weglocken, abspenstig machen‹.
Bedeutungsverwandte:
 1,  1,  4,  3, , .
Wortbildungen:
abspanner
,
abspannung.
Syntagmen:
jm. den knecht
(häufig) /
kunden / skribenten /autor, das gesinde
(mehrfach),
die jünger a.

Belegblock:

Loesch, Kölner Zunfturk.
1, 120, 15
(
rib.
,
1421
):
dat einich meister dem anderen einichen sinen gemieden kneicht of gesinde binnen sinre gemieder zijt afmiede of afspiene.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 27, 5
(
hess.
,
1355
):
ensal keyn meister dem andern sin gesinde abespannen.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 256, 20
(
schles.
,
1528
):
Dass kein gewerck oder huttenherr dem andern kein arbeiter abspannen und mit dem sold hehern soll.
Luther, WA
32, 240, 19
(
1530
):
facile potuisset se exaltare in Messiam und Christo die Junger abspannen.
Loesch, a. a. O.
1, 45, 9
;
2, 274, 20
;
Schmidt, a. a. O.
1, 154, 3
;
436, 25
;
2, 70, 29
;
377, 14
;
Schwäb. Wb.
1, 69
;
Crecelius
1, 8
;
Serranus
3v
;
Rwb
1, 281/2
;
Leitzmann, Fischartiana.
1924, 42
;
Kramer, Volksl. Ansb.
1961, 251
;
Dietz, Wb. Luther
1, 30b
.
2.
›jm. etw. (z. B. ein Gut) nehmen, abgewinnen; jm. etw. (z. B. Arbeit) entziehen‹.

Belegblock:

Rwb
1, 281
;
Trübner, Dt. Wb.
1, 35
.
3.
›(Zugtiere) aus dem Gespann lösen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  14, .

Belegblock:

Dict. Germ.-Gall.-Lat.
12b
(
Genf
1636
):
Die Pferde [abspannen].
Wrede, Aköln. Sprachsch.
44b
.
4.
›eine Schießvorrichtung entspannen, lösen‹.
Bedeutungsverwandte:
 12.

Belegblock:

Voc. Teut.-Lat. a III v (
Nürnb.
1492
):
Abspannẽ oder ablassen alß ein armprust. detendere.
Maaler
2v
(
Zürich
1561
):
Abgespannen/Abgelassen. Detensus, Retensus.
Ebd.
6v
:
Abspannen/Etwas gespannẽs Ablassen. Retendere, Detendere. Den bogen Abspannen/Ablassen.
Trübner, Dt. Wb.
1, 35
.
5.
›etw. mit der Spanne abmessen‹.

Belegblock:

Lichtenstein, Lindener. Katzip.
179, 23
(o. O.
1558
):
Dasselbige kunstreiche, abgespandte, [...] maß
[des Riesen]
ist in alle künigreich [...] ubersendet worden.