genies,
der
 ;
geniesses
, auch
-Ø/–
.
1.
›das Genießen, der Genuss, die Freude, Ergötzung‹.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
14566
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
als er durch spîse genîz | krebse vâhin.
Luther, WA
10, 1, 1, 5
(
1522
):
das keyn hertz noch lust ynn yhn ist tzu dem gesetz, ßondernn tzu dem genieß.
Reissenberger, Väterb.
17532
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Ein man von der werlde liez | Durch den himelischen geniez.
Franz u. a., Qu. hess. Ref.
4, 186, 2
(
hess.
,
1538
):
dan wir nit umb genies oder eitel ehre zu erlangen kommen, sonder us bevelch unsers g. f. und h..
Pyritz, Minneburg
1924
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
daz wilde mer | Mocht sich mit nihte des erwer, | Ob sie einen vinger dar ein stieße, | Ez gewunne an suße den genieß.
Barack, Teufels Netz
8418
(
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Der koch hat vil gniesz und lekri an im | Er sæchs, wer sich machte zuo im.
Banz, Christus u. d. minn. Seele
1245
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Deß hab ich ietz kainen genieße.
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 37
;
Weber, Oswald.
1847, 335
;
Schmitt, Ordo rerum
117, 17
;
Voc. Teut.-Lat.
k vijv
;
Dasypodius
257v
;
Maaler
168v
;
Henisch
1494
 f.;
Dietz, Wb. Luther
2, 76
 f.;
Dief./Wü.
612
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
132
;
Bad. Wb.
2, 365
;
Schwäb. Wb.
3, 360
;
Schweiz. Id.
4, 816
.
2.
›Nutzung, Benutzung, Nutznießung, Vorteil, Gewinn, Nutzen‹.
Bedeutungsverwandte:
,
1
,  7, (
das
3,  25,  1, , .
Syntagmen:
den g. empfangen / erwerben / geben / haben / nemen / suchen / tun; des g. achten / begeren; der beste / eigene / grosse / gute g
.

Belegblock:

Schöpper
54b
(
Dortm.
1550
):
Lucrum. Gewinn ersparung gesuͦch vorsorg genieß genoß gewerb vorteil.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
13401
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Der vluete mit den brunnen | Von den die wazzer runnen | In al der werlde geniez.
Luther, WA
48, 14, 5
(
1547
):
Wo er nicht gezwungen wird, sondern vmb lohn vnd genies thut, so thut ers felschlich.
Helbig, Qu. Wirtsch.
4, 126, 11
(
md.
,
1499
/
1500
):
doch das auff beyden teylen kein vor redener sey der vmb gelt ader geniß sich des tzuthunn vnderstunde tzugelassen werde.
Ebd.
5, 37, 15
(
1525
):
Davon sal man ihn keinen geniess geben.
Reissenberger, Väterb.
25798
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Dar under was ein brunnen vliez, | Der gab vil guten geniez.
Schade, Sat. u. Pasqu.
2, 29, 10
(
md.
1521
):
sie begeren aber der pfründen genieß.
Behrend, Magd. Fragen
110, 40
(
omd.
,
um 1400
):
ir gut yn czu fordirn adir czu ebintüren, is sey umme genyz adir umb arbeites lon, also sal her das behalden.
Hübner, Buch Daniel
2818
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Wie du den gerechten man | Um gabe mochtes irslan | Und die schuldigen liezes | Ledic, durch dins geniezes.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
412, 21
(
thür.
,
1421
):
der mit lantgraven Herman umbe cleynes genisses willen abestendigk was worden.
Wattenbach, Urk. Czarnowanz
118, 16
(
schles.
,
1433
):
Des hat dy obgenante Hedwig dem egenanten Cleyn Merten [...] dy obgenanten fir huben vorreicht recht vnd redlichen mit allen vnd iczlichen herscheften notczen gnissen vnd zugehorungen.
Mayer, Folz. Meisterl.
83, 6
(
nobd.
,
1517
/
8
):
Was loches er aüf erden wis | Das aller handel hab genis | Und des nimant | Aüf erden mag enperen.
Sachs
16, 463, 9
(
Nürnb.
1563
):
Der schmaichelhaften heuchler schar, | [...] Welche zu hof doch suchen mehr | Ihr eygen genieß, nutz und ehr.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
51, 1
(
Straßb.
1650
):
ein armes elendes Weib, dessen man sich so lang annimmet vnd erbarmet, als lang man von ihr kan genieß vnd Vortheil haben.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 85, 99
(
schwäb.
,
1471
):
So tet ichs nur durch genyesz, | Das ich In den vater hiesz.
Barack, Zim. Chron.
1, 116, 17
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
darvon thustu weder den armen noch niemands ainichen vorthail oder geniess.
Ebd.
4, 157, 14
:
dann die epitaphia von metall mermals von geiz und geniess wegen zerschlagen und verendert werden.
Bihlmeyer, Seuse
380, 14
(
alem.
,
14. Jh.
):
ieder mensch suͦchet sinen geniess.
Qu. Schweiz. Gesch.
1, 95, 11
(
halem.
,
1470
):
das das herpstwerk der groͤst gnieß und verlurst uff dem hantwerk were.
Schib, H. Stockar
23, 19
(
halem.
,
1519
):
darnach hand die Fenediger den besten genies in diesem künigrich.
Koppitz, Trojanerkr.
23404
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Ericius ain ritter hiess | Der erren priss uff geniess | Mit schwertten ofte hett bejagtt.
Köbler, Stattr. Fryburg
90, 3
(
Basel
1520
):
Von gelyhner barschafft sol dhein genieß empfangen werden.
Niewöhner, Teichner
280, 45
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
daz mich der vater mensch beschueff, | daz an hiet ich chainen geniezz | wann mich der heilig gaist verliezz.
Turmair
4, 230, 15
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Des waren ursach am maisten die geistlichen, die under dem schein des gotsdiensts das volk betrogen, das wâr gesaz gottes [...] auf iren genies und brauch zugen.
Meisen u. a., J. Eck
50, 6
(
Ingolst.
1526
):
das sy mer ir eer, rhuͦm und zeitlich genieß dann die eer gottes und hail der seel suchend.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
478, 9
(
m/soobd.
,
1593
):
ain jeder so auf des gotshauß grünten angesessen oder sich darin auf gmain und andern geniess in der herrschaft enthelt, der sol in die pantaiding komen.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
284
(
schles. inseldt.
,
1464
):
von dam salbigen flecke sal har dan sam do von nemen vnd das gras vnd dan genÿs.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
49, 13
;
Chron. Augsb.
8, 365, 29
;
Karnein, de amore dt.
205, 119
.