gelegenheit,
die
;
–/
auch
.
1.
›Lage und Beschaffenheit einer Landschaft, eines Berges, Ortes, Gebäudes; räumliche Verhältnisse; die geographische Größe selbst‹;
zu (part. Adj.) 1.

Belegblock:

Ralegh. America (
Frankf.
1599
):
dieweil ich von tag zu tag mehr von den Hispaniern erforschet / und erfuhr von Guiana, von jhren Fluͤssen / Wegen / Stegen / vnd anderer Gelegenheit.
Ich [...] befragte mich allerley bey jnen / daß ich die Gelegenheit aller Wasserstroͤm vnd Koͤnigreich von der Ost See an / biß an die Grentzen in Peru [...] erfuhr.
Thür. Chron.
18v, 25
(
Mühlh.
1599
):
da Reit er auff den Berg / die gelegenheit Zubeschawen.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
22, 40
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Auch das man achtung auf die gelegenheit der berge gibet.
M. Cunitia. Ur. Prop. (
Öls
1650
):
Denn der gantzen Astronomiæ verrichtung / ist erkuͤndigen / auff iedwedern punckt der zeit / den orth und gelegenheit der Sterne.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
es was die boͤste burg von roubende und die beste von gelegenheit.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
das man auch heutigs dags iren situm und gelegenhait grundlich nit wissen kan.
het das schloss Liechtenberg gern gesehen, nachdem es dann ain kaiserlicher berg und ein wunderschöne gelegenhait hat.
Brandstetter, Wigoleis
205, 29
(
Augsb.
1493
):
Er stuonde an ein venster zu besichten der lande gelegenheyt.
Memminger Chron. Beschr. (
Ulm
1660
):
Betreffend nun der Stadt Gelegenheit / so hat sie gegen Auffgang das Bayerland vnd die Stadt Augspurg.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
1, 264, 26
(
halem.
,
1508
/
16
):
So ward dem Schwiter und sinem bruͦder Tschey der boden zuͦ Brunnen und die gelegenheit am Haggen und die Reginen [...] zuͦ theil.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Darumb kam das geschlos durch gelegenhait willen dem lannd fur ain stuck zu verderblichen schaden.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1585
):
es soll sich auch ain ieder mit solchem und anderm klain viech zimblich und nach gelegenhait seiner gründ halten, damit er den nachtbarn nit [...] seie.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 59, 5
;
Bächtold, H. Salat f.;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 164
;
Schmitt, Ordo rerum
17, 2
;
Voc. Teut.-Lat.
k viijr
;
Dietz, Wb. Luther
2, 62
;
Vorarlb. Wb.
1, 1106
.
2.
›Stand, Lage der Dinge; Sachverhalt, Situation, Beschaffenheit, Gegebenheit, Angelegenheit, Wesen, Eigenart‹;
vgl. (part. Adj.) 13; .
Syntagmen:
g. befinden / erfaren / erfinden / ermessen / schaffen / suchen / vermeinen / vorbringen / wissen / zurücksetzen
;
der gelegenheit halber / nach / wegen; die bresthafte / heilige / hübsche / liebliche / sonderbare g
.

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
282, 31
(
Wolfenb.
1593
):
Ich habe es jhme nun so aus dem sinn wieder geredt, das er nicht wissen wird, Was es vor eine gelegenheit darumb habe.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
5760
(
rib.
,
1444
):
Vraigde ich sij umb de gelegenheit.
Chron. Köln (
Köln
1499
):
want die alrebest wissent des richs gelegenheit.
Anderson u. a., Flugschrr.
15, 12, 20
([
Worms
1521
]):
das er alle gelegenhait Teütscher Nation besehñ vñ erlernet.
Köbler, Ref. Franckenfort
21, 8
(
Mainz
1509
):
So wollen wir das Schulteiß vnd Schoͤffen gelegenheit des handels der sache vnd der persone ansehen sollen.
Sievers, Oxf. Benedictinerr. (
hess.
,
14. Jh.
):
Den sustern sal man gewant geben na der geleginheide des landes.
Müller, Faustb.
919, 15
(
Frankf.
1587
):
als er sahe / wie sie sich butzten vnd herab fielen / fragt er D. Faustum / wie es ein Condition vnd gelegenheit damit habe.
Stoltzius, Chym. Lustg. Vorr., (
Frankf./M.
1624
):
Nun wollestu vernehmen / mit was vor gelegenheit es zugangen.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
1104, 21
(
omd.
,
um 1559
):
auf das er sich irer erkunden mag, ab sie gesessene ader ungesessene leuthe sein und wie es ein gelegenheit umb sie habe.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
81, 4
(
thür.
,
1474
):
uß allen sollichin schrifften konnen wir der sachen stant unde gelegenheyt eygintlich nicht vornemen.
Küther, UB Frauensee
393, 25
(
thür.
,
1530
):
seinf. g. werde ire gelegenheit und notturft zu erhaltung irer gerechtigkeit selbst bedenken.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
49, 6
(
osächs.
,
1570
/
7
):
So viel den ackermann anlanget, soll derselbe der felder gelegenheit wohl wissen.
Ebd.
54, 32
:
achtung darauf geben, das nach gelegenheit des bodems nicht zu flach noch zu tief gepflüget.
Opitz. Poeterey
37, 19
(
Breslau
1624
):
Denn es eine andere gelegenheit mit der Frantzösischen sprache hatt.
M. Cunitia. Ur. Prop. (
Öls
1650
):
die gelegnheit aber / verbeut mir solches weittleufftig zu erklaͤhren.
Skála, Egerer Urgichtenb.
249, 3
(
nwböhm.
,
1578
):
Was es fur ein gelegenheit mit dem brieff hett.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1449
/
50
):
do die stockmaister nit aigentlich konden wissen ir [der paurn] gelegenheit.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
Hie ist zuͦ merckende weles die gelegenheit werent die dise jungern hettent die alsus erfuͤllet wurdent.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
die selben fürsten erkiesent us des riches ambahtlüten, wan sü allebast wissen des riches gelegenheit.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
das ir euch denne ze stund zuͦ im fügen und im der sache gelegenheit erzelen wöllend.
Ebd. (
schwäb.
, zu
1555
):
in ansehung, daß vil burger irer gelegenhait nach aus sondern ursachen verraist gewesen.
Ebd. (
schwäb.
,
1544
/
5
):
Wöliches ampt aller gelegenhait nach dem baumaisterampt diser statt Augspurg mit allem ton und lassen wol zu vergleichen ist.
Morrall, Mandev. Reiseb.
90, 18
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Do antwurt er mir und sprach, er wúste wol all gelegenhait der cristen von allen landen von herren.
Adrian, Saelden Hort
8026
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
er wisset die gelegenheit dez wibes.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Alse nu von der gelegenhait | Johannes Damascenus sait.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1539
):
Die sollent ouch dannothin gwalt haben, nach gstalt vnnd glegennheit der sach darinn ze hanndlen.
Tobler, Schilling. Bern. Chron. (
whalem.
,
1484
):
Doch rittent die von Bern [...] in die stat, ir gelegenheit ze erfaren.
Chron. baier. Städte.
231, 31
(
moobd.
,
1552
):
Dise reutter thetten khein sondren schaden, waren nach glegenhayt züchtig.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
die beisitzer am rechten muesten all geporn landleut, die die alten breuch, gelegenhayt und gewonhait der land westen, sein.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1478
):
von der malefiz [...] soll di straf beschehen nach gelegenheit der sachen.
Ebd. (
m/soobd.
,
1603
):
der soll [...] nach gelegenhait des verprechens in des herren straf sein.
Mell u. a., Steir. Taid. (
m/soobd.
,
1568
):
mag der marktschreiber nach gelegenhait der schreiberei gebürliche und leidenliche belonung begern.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1435
):
sol bedacht werden, das nach gelegenhait der hëndel und vermügen der leüte die wändel geleichlich ausgesprochen werden.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
98, 1745
;
Kohler u. a., Bamb. Halsger. ;
Bernoulli, Basler Chron. ;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
28, 1
.
3.
›Möglichkeit, Chance, günstiger Zeitpunkt, Anlass, Gelegenheit‹;
vgl. (part. Adj.) 3.
Bedeutungsverwandte:
 2, , , , ,
1
 5, , , (
die
6, , .
Syntagmen:
die g. betrachten / ergreifen / geben / haben / nemen; auf eine g. warten
.

Belegblock:

v. Ingen, Zesen Rosenw.
93, 6
(
Hamburg
1646
):
So gieb dan zu / daß dieser dein verlust dier eine gelegenheit sei zu einem groͤsseren siege.
Mieder, Lehmann. Flor. (
Lübeck
1639
):
Geld macht Dieb / Gelegenheit macht Lust vnd Lieb.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
87, 1371
(
Magdeb.
1608
):
Seinen Dienern glegenheit geben / | Zu fuͤhren ein gewuͤnschtes leben.
Rosenthal. Bedencken
13, 13
(
Köln
1653
):
Gibt mir gelegenheit jhn zu fragen.
Ulner
217
(
Frankf.
1577
):
Gelegenheyt. Bequemheit / rechte zeyt / fug / vortheil / raum / platz / statt / ursach.
Ralegh. America (
Frankf.
1599
):
er keine Gelegenheit hatte sich mit den Eynwohnern zu befragen.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
wan alliu obern dinc hânt allermeist gelegenheit ze würkenne in dem, daz under in ist.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
67r, 19
(
Leipzig
1588
):
Haben wir bey dieser schrecklichen Historia vrsach vnd gelegenheit zubetrachten / was Patricidium heisse.
Opitz. Poeterey
11, 23
(
Breslau
1624
):
Diese vnbesonnene Leute aber lassen vns weder die rechte zeit noch gelegenheit.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1544
/
5
):
wo nun soliche anherung des rats gelegenhait sein wurde.
Rot
333
(
Augsb.
1571
):
Occasion, Gelegenheit / fuͦg / raum / bequemhait / schickligkeyt / anlaß.
Memminger Chron. Beschr. (
Ulm
1660
):
Neben diesen Schulen nun hat die Jugend dieser Zeit insonderheit gute Gelegenheit in der Vocal vnd Instrumental Music informiret zu werden.
A. à S. Clara. Glori (
Wien
1680
):
wie schoͤn du bey dieser Gelegenheit koͤntest deinen Hochadelichen Helm zieren.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
132, 11
(
mslow. inseldt.
,
1577
):
das śie nun forthin macht hab Weinśtöck drein Zue setzen, wie den die gelegenheit gut gibt.