damit,
selten
darmit,
Adv.
(1-6),
Konj.
(7, 8).
1.
zum Ausdruck einer zuvor genannten (sowohl konkreten als auch abstrakten) Bezugsgröße, die als Mittel zur Durchführung einer Handlung oder zum Erreichen eines Ergebnisses dient: ›mit diesem Gegenstand, mit dieser Tätigkeit; mit Hilfe dieses Gegenstands, hiermit‹.
Syntagmen:
d. fechten, sich d. weren, jn. d. abkülen / ammen / grüssen / speisen, etw. d. abschlagen / bauen / bestreichen / binden / polieren / schmieren / tun, jm. d. helfen
.

Belegblock:

Lappenberg, Fleming. Ged.
336, 36
(
1632
):
Ein vergebliches Geschrei, | das derselbe doch nicht höret, | der darmitte wird geehret.
Mieder, Lehmann. Flor.
719, 29
(
Lübeck
1639
):
Manchem gieng es wol / der die Riemen / damit er den Seckel bind / zum Maul gebraucht.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
269, 18
(
Wolfenb.
1593
):
wenn ich das geringste mittel wüste, damit euch zu helffen stünde, wolte ichs gerne an euch versuchen.
Froning, Alsf. Passionssp.
393
(
ohess.
,
1501 ff.
):
Schande und laster kan ich wol! | darmit mach ich die helle voil.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
186, 4
(
Frankf.
1535
):
Saltz gemischt mitt baum oͤll / benimpt iucken der haut die damit geschmirt.
Ralegh. America
5, 25
(
Frankf.
1599
):
Wuͤrde es aber mein Gluͤck vnd Beruff seyn / dasselbige zu foͤrdern / wolte ich mein Leben von Hertzen gern darmit zubringen.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
16, 23
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Der selbe man furet ein hauen in seiner rechten hant und ein schaufel in seiner linken hant. Damit do facht er auf dem ochsen.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 5, 2
(
Nürnb.
1631
):
Das Heilig Creutz im Haͤnden trag, | All Anfechtung damit schlag ab.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
11, 30
(
oobd.
,
1349
/
50
):
der nasen nutz ist auch, daz der mensch den âtem zeuht durch die nasen und daz er dâ mit niest.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
39, 86
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
mit der speis geadelt hoch, | damit tuest du uns ammen.
Fischer, Brun v. Schoneb.
314
;
Belkin u. a., a. a. O.
52, 7
;
150, 10
;
Leman, Kulm. Recht
2, 3, 100
;
Anderson u. a., Flugschrr.
11, 3, 30
;
Kehrein, a. a. O.
1, 202, 42
;
Pfeiffer, a. a. O.
165, 28
;
Piirainen, Igl. Bergr.
21, b
, 30.
Vgl. ferner s. v. ,  2.
2.
zum Ausdruck einer Bezugsgröße, die Gegenstand einer Handlung ist, häufig im Fall geistiger oder kommunikativer Akte: ›mit dieser Sache, mit dieser Äußerung‹; Ütr. zu 1.
Syntagmen:
d. rechnen, jn. d. ausrichten / begaben, etw. d. anzeigen / meinen
.

Belegblock:

zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
124
(
Nürnb.
1517
):
Das gesetz der natur – domit mein ich: das die recht natürlich vernunft gibet.
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag
25r
, 28 (
Zürich
1521
):
Gar selten mag ein syg vnd überwintnuß erobret werden on bluͦtuergiessen / jetz hast du die dinen verwundt od’ tod. Rechne da mit.
Sappler, H. Kaufringer
11, 96
;
19, 21
.
Vgl. ferner s. v.  2, .
3.
Modaladv. zum Ausdruck des (räumlichen) Zusammenseins mit einer Bezugsgröße, auch zum Ausdruck der Begleitung einer Bezugsgröße: ›gemeinsam mit diesem Gegenstand, mit dieser Person‹.
Syntagmen:
d. hausen, j.
(Subj.)
d. gehen, etw. d. finden / sieden
.

Belegblock:

Hajek, Guͦte spise
68
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
nim eyer totern dor zvͦ vnd suͤdez do mit.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
110, 23
(
oobd.
,
1349
/
50
):
sô vant man nihts dar inne [in den geswern] dann ainen dunst oder ain pœse fäuhten dâ mit.
Mell u. a., Steir. Taid.
135, 33
(
m/soobd.
,
17. Jh.
):
die gemain sol 3 pershonen dorzur stöllen und der richter sol selbst dermit gehen.
Bernoulli, Basler Chron.
5, 397, 22
;
Klein, Oswald
112, 374
;
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
220, 7
.
4.
Konsekutivadv.: ›infolgedessen, somit‹; auch relativer Gebrauch.

Belegblock:

Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
22, 8
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
were leben nicht, wir weren nicht; so were nicht unser geschefte; damit were auch nicht der werlt ordenung.
Plant u. a., Main. Naturl.
297v
, c, 21 (
ohalem.
, Hs.
E. 14. Jh.
):
Nv weistv wol wie man dc iar in vier teile teilet. Nv wissist dc wir damitte vier frone vasten hant.
Schmidt, Rud. v. Biberach
184, 24
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Damit, daz daz ewig wort wart mensche, so ist es vns ein straffe worden.
Chron. Augsb.
9, 74, 14
(
schwäb.
,
1544
/
45
):
daß ain rat sich in vier tail ausgetailt und alweg das ain viertail und der ain burgermaister domit ain viertel aines jars an dem stattkricht gesessen send.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
204, 18
(
moobd.
,
1478
/
81
):
wann das er [hertzog Ludwig] sich aus dem stich wandt, damit er dem tod entran.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
31, 8
(
m/soobd.
,
1478
, Hs.
16. Jh.
):
wer dem andern wissentlich zu nahent etzet, so man das viech begreift, das ist damit verfallen.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
2
(
mslow. inseldt.
,
1492
):
Es seÿ aus schecht(e)nn ader aus Stoll(e)nn doch also daß das der pergmeister besicht: daß das vursich besthe vnnd domit das dÿ pergwerich nit donÿder gen.
Fischer, Brun v. Schoneb.
1351
;
Böhme, Morg.R.
157, 24
;
Sappler, H. Kaufringer
28, 156
;
Chron. Augsb.
2, 161, 18
;
9, 333, 8
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
337, 34
;
Spiller, a. a. O.
199, 21
;
Piirainen, Igl. Bergr.
36b
, 29.
5.
Temporaladv.: ›alsbald, sodann, daraufhin‹.

Belegblock:

Wickram
4, 25, 13
(
Straßb.
1556
):
„Herr“ sagt der bot / „Ich kum von Lissabon / ewerem vettern“ / gab im damit den brieff.
Chron. Augsb.
9, 161, 27
(
schwäb.
,
1544
/
45
):
es habend aber die herren rät [...] also auff den donnerstag nechstkünftig widerumb zusamenzukomen [...] sich entschlossen. domit send alle herren, auch die gmaind mit iren banern [...] haim gangen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
160, 3599
;
Pfaff, Tristrant
104, 24
.
6.
Modaladv. zum Ausdruck des spezifischen Verlaufs einer Handlung / eines Geschehens: ›auf diese Weise, so‹.
Syntagmen:
d. spotten, etw. d. ausrichten / brechen / gestillen
.

Belegblock:

Karnein, Salm. u. Morolf
138, 4
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
Morolff der usserwelte tegen, | der sach ein ofen bi dem wege. | dar in schloff der listig man. | do mit wolt er spotten | des richen kunigs Salomon.
Allg. Schau-Buͤhne
28, 49
(
Frankf.
1699
):
Nach der Zeit haben die Spanier zwar ein paar mal Anschlaͤge auff den Orth gemacht / aber damit nichts anders außgerichtet / als daß derselbe je laͤnger je mehr bevestiget worden.
Dietrich. Summaria
18v
, 1 (
Nürnb.
1578
):
sie fasten vil / solches ist nit der meinung geschehen / das sie damit jnen ein weg zum himel machen / vnd Gott also dienen solten.
Schmidt, Rud. v. Biberach
47, 01
(
whalem.
,
1345
/
60
):
so ist es ein notuͥrft, das vnser geist zitlich dinge vlihe, want da mitte nahet er dien ewigen.
Froning, Alsf. Passionssp.
18
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 40, 6
;
Schmidt, a. a. O.
1, 07
;
Turmair
1, 56, 6
.
7.
Konj. zur Einleitung eines Finalsatzes: ›zu dem Zweck, daß; auf daß; daß‹.

Belegblock:

Boon, St. Prätorius
92, 16
(o. O.
1593
):
So behelt er dich darumb desto lenger im fewr vnd auffm Test / damit er dich desto lauterer uñ herrlicher mache.
Fischer, Brun v. Schoneb.
2061
(
md.
, Hs.
um 1400
):
von oli und von palma | machet man uns den krisma, | do mite wir werden kristen.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 4, 5
(
Bautzen
1567
):
Treib alle suͤnd vnd tunckelheit, | Hinweg von vnsern hertzen weit, | Damit wir also vor dem Feind, | Durch deine huͤlff beschuͤtzet seint.
M. Cunitia. Ur. Prop.
241, 12
(
Öls
1650
):
Darmit ich nu den Mond⸗lauff auff dieses probire, adir‘ ich dem Tempori ab apogæo [...] diese 10 stunden.
Wickram
4, 5, 10
(
Straßb.
1556
):
Damit ir aber dannocht mein günstig und genaigt gemuͤt gegen euch in meinem abwesen spuͤren moͤchten / hab ich mich zuͦvil malen bedacht / durch was mittel unnd waͤg ich mich gegen euch [...] erzeigen wolt.
Barack, Zim. Chron.
4, 303, 42
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Noch hat man die ganz nacht und den ander tag biss zu mittag müssen wachen, domit usser der brunst nit ain andere entstande.
Chron. Augsb.
9, 87, 13
(
schwäb.
,
1544
/
45
):
domit nicht gedacht werden möcht, daß die königklich regierung [...] nie verlassen [...] worden seie, will ich der edlen Römer herkomen auch vertzaichnen.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
10, 115
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
der armen seel dein ruder send, | damit sie säliklich zulend.
Klein, Oswald
33, 32
(
oobd.
,
1431
/
2
):
Die mir kain rü lat spät noch frü. lieb, dorzu tü, | damit das bettlin krache!
Turmair
4, 152, 7
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Disen haufen der weiber [...] ,on prust und dutten‘, die si prenten, das si nit wüechsen, darmit si harnasch tragen möchten.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
69, 34
(
tir.
,
1464
):
so wil ich ains sagen, das ich gesëhen han in dem gesicht, vnd wil das offenwaren, damit das die warhait nicht verpargen beleib.
Piirainen, Stadtr. Sillein
35, 21
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
gib mir herre do mit ich dir vergelte.
M. Cunitia. a. a. O.
197, 5
;
198, 37
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
341, 6
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
53
;
Sappler, H. Kaufringer
1, 388
;
16, 43
;
Memminger Chron. Beschr.
19, 29
;
Eschenloher. Medicus
17, 23
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
67, 7
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
83
;
Schöpper
116a
.
Vgl. ferner s. v.  16,  1,  2,  3.
8.
Konj. zur Einleitung eines Inhaltssatzes: ›daß‹.

Belegblock:

Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
89, 30
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Sunst giengen sy zu rat, wie sy es anrichten, damit die fraw bei leben belib.