bewerben,
V., unr. abl.
1.
›sich um etw. bemühen, etw. zu erwerben, zu erhalten trachten, werbend auf ein Ziel hin tätig sein‹; resultativ: ›etw. erwerben‹; speziell: ›(um eine Frau) werben‹.
Wortbildungen:
bewerblich
›sorgsam, unter Aufwendung aller Mühe‹,
bewerbung
1 ›Ansuchen, Gesuch‹; resultativ: ›Erwerb von etw.‹.

Belegblock:

Luther, WA
39, 2, 44, 21
(
1539
):
Offenbar ists, dz in der andern Mosis Tafel gebotten würt, alles bewerben unnd besitzen, in des er sagt du solt nit stelen.
Toeppen, Ständetage Preußen
3, 159, 28
(
preuß.
,
1450
):
hat denne imand gebrechen, dorinne wellen wir uns gerne bewerben, [...], die henczulegen.
Oorschot, Spee. Trvtz-N.
113, 7
(
wmd.
,
1634
):
Zu gar sich
[Bienen]
weils bewarben | Vnd ja nitt fanden gnug.
Opel, Spittendorf
191, 34
(
osächs.
,
um 1480
):
das wir ihre meynunge al die pfenner alle bringen möchten, denn die stucke weren uns vormals so nicht vorgehalten mit der bewerbunge.
Weise. Jugend-Lust
138, 24
(
Leipzig
1684
):
derjenige / der sich um der Prinzeßin Gunst bewerben will.
Chron. Nürnb.
3, 82, 25
(
nobd.
,
1488
):
und bewarb sich mit den kurfürsten, daß er ward erwelt zu römischen künig.
Jörg, Salat. Reformationschr.
374, 6
(
halem.
,
1534
/
5
):
wie die vij ort / sich bewurbend / und versůchtend von jnen zů sundern.
Henisch
361
(
Augsb.
1616
):
Er hat sich vmb ein Weib beworben / petiuit fæminam in matrimonium. Die vmb ein ampt sich bewerben [...] Bewerbung / acquisitio, acceptio.
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
61, 65
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
des [menschen] vercherung vnd val er [tewfel] gar pewerbleich vnd gar chundigchleich arbait.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
115, 32
(
smoobd.
,
17. Jh.
):
so man ainen [...] urbarsmon fodern thuet, sol im solche forderung am driten tag vorher verkündt werden, damit er sich mit der notdurft bewerben und versechen mög.
Luther, WA
39, 2, 45, 2
;
Chron. Augsb.
7, 194, 13
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 590
;
Bad. Wb.
1, 181
;
Schwäb. Wb.
1, 992
;
6, 1632
.
2.
›wirtschaftlich tätig sein; etw. (z. B. einen See, ein Gut) bewirtschaften‹.
Bedeutungsverwandte:
 4,  1,  8.

Belegblock:

Rennefahrt, Gebiet Bern
310, 24
(
halem.
,
1416
):
soͤllent die vorgenanten [...] in dem [...] bergwerke in gantzen gůten truͥwen sich bewerben âne alle vâr.
Jörg, Salat. Reformationschr.
150, 11
(
halem.
,
1534
/
5
):
So dann jst Zürch obgenanter landen und umsaͤssen kornmarckt / [...] dahin und dannen sy sich bewerbend und spysend.
Gagliardi, Dok. Waldmann
2, 568, 45
(
halem.
, o. J.):
demnach begerend gemein weidlüt an dem Zürichsee, den Zürichsee zů bewerben.
Ebd.
571, 15
(
um 1541
):
von der nüwerung mit den reben inzůlegen, ouch die güetter zů bewerben, habend wir [...] erfunden, das [...].
Argovia
4, 129, 15
;
Rwb
2, 279
.
3.
›(Truppen) anwerben, (ein Heer) ausheben‹; refl.: ›sich für eine militärische Auseinandersetzung rüsten‹.
Gehäuft Chroniken.
Bedeutungsverwandte:
 4, .
Syntagmen:
etw
. (z. B.
einen zug
)
b., sich
(z. B.
statlich
)
b., sich mit etw
. (z. B.
mit gewalt, mit gereisigen zeug
),
nach etw
. (z. B.
viel volkes
)
/ um jn
. (z. B.
um knechte / reuter / schützen / söldner / volk
)
/ etw
. (z. B.
um hilfe
)
b
.
Wortbildungen:
bewerbung
2.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
4, 222, 32
(
preuß.
,
1453
):
das euw. gn. adir dy ewer bawszen landes sich gros haben umbe soldener beworben.
Ebd.
223, 17
:
und mit ew. gn. reden von der bewerbunge der soldener.
Ebd.
321, 29
(
1454
):
vorczelet en disse unser gutte bewerbungk.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
151, 3317
(
Magdeb.
1608
):
Der Jaͤger kehrt auch wider heim. | Sich vmb leut vnd Hund zubewerben / | Der Petz solt von sein henden sterben.
Chron. Mainz
1, 354, 18
(
rhfrk.
,
15. Jh.
):
bewůrbin sich die zwene unde zwenzig mit allin zůnftin und wapeten sich.
Wyss, Limb. Chron.
42, 15
(
mfrk.
, zu
1356
):
des bewarf sich konig Johan konig [...] mit großer gewalt.
Ebd.
87, 11
(zu
1395
):
des bewarf sich der vurgenante Dithart in disen landen, unde hatte me dan zwei dusent gleven.
Chron. Nürnb.
2, 143, 6
(
nobd.
,
1449
/
50
):
Auch hat der vorgemelt fürst marggraff Albrecht vor seiner bewarung, die er in tet, statlich beworben.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
1, 432, 1
(
halem.
,
1508
/
16
):
Under disen dingen bewurbend sich die von Friburg [...] nach vil volkes.
Roder, Hugs Vill. Chron.
157, 3
(
önalem.
,
1526
):
im selben jar bewarb man ain mechtigen zug uff ain musstering uß dißem land.
Chron. Augsb.
8, 136, 9
(
schwäb.
, zu
1561
):
und haben sich die von Nürnberg umb vil landtsknecht und hagkenschützen, hergegen der bischof von Wirtzburg umb vil reuter beworben.
Ebd.
421, 4
(zu
1556
):
warumb sich ain ersamer klainer rat umb kriegsvolck bewerbe (und) angenomen habe.
Turmair
5, 476, 29
(
moobd.
,
1522
/
33
):
dieweil bewaret und bewarb sich auch wol mêrg’nanter abgesetzter künig Ruprecht, bracht aus Frankreich auch volk zesam.
v. Birken. Erzh. Österreich
64, 4
;
Chron. Nürnb.
2, 128, 6
;
129, 16
;
Barack, Zim. Chron.
2, 503, 12
;
Turmair
4, 544, 24
;
Schwäb. Wb.
6, 1632
.
4.
›sich zutragen, ereignen‹.

Belegblock:

Fischer, Folz. Reimp.
10b, 17
(
Nürnb.
um 1488
):
Und sproch: „wie hat sich das beworben? | Pin ich dan in dem schloff gestorben?“
5.
›sich von etw. herleiten, von etw. herkommen, von etw. her verursacht sein‹.

Belegblock:

Jörg, Salat. Reformationschr.
315, 8
(
halem.
,
1534
/
5
):
Das aber jn summa / alles uß der nüwen sect entsprungen und beworben was.