bedacht,
das / der / die
(letzteres vereinzelt);
-s
(für:
das/der
)/auch
+ Uml.
1.
›Bedacht, Überlegung, abwägendes Nachdenken, Erwägung‹;
vgl. (V.) 38.
Syntagmen:
mit b
.

Belegblock:

Luther, WA
30, 2, 31, 5
(
1529
):
Jch schreibe auch heimliche brieffe, Aber allzeit mit der bedacht, das sie der teuffel […] moͤcht verraten.
Ders. Hl. Schrifft. 
Weish. 12, 21
(
Wittenb.
1545
):
Wie viel mit grösserm bedacht richtestu deine Kinder / mit welcher Veter du hast Eid vnd Bund viel guter verheissungen auffgericht.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
604, 21
(
nobd.
,
um 1525
):
sich mit ayd […] den pauren […] zu verbinden, das alsbald on ainigen betagt geschag.
Henisch
228
(
Augsb.
1616
):
Ein geschickte gezierte red / will jhren bedacht haben. Ein weib nemen / soll vil bedacht haben.
Turmair 4, 
305, 26
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Sein lêr und spruch: ’es leit alles an der üebung und an dem bedacht’.
Mell u. a., Steir. Taid.
30, 1
(
m/soobd.
,
1568
):
so solle kainem mülner ferrer zuegelassen, brot auf failen kauf […] zu pachen […], in bedacht, das sich ermelte mülner […] wol betragen […] mügen und also den armen burgern […] ir narung nit abstricken.
Hübner, Buch Daniel
4728
;
Ulner
204
;
Dietz, Wb. Luther
1, 219
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 448
;
Schwäb. Wb.
1, 746
.
2.
›Bedenkzeit, Zeit zur Beratung mit Vertrauten‹; am ehesten hier anschließbar:
auf bedacht
›bei Gelegenheit, gelegentlich‹;
vgl. (V.) 4.
Bedeutungsverwandte:
 5, ,  6
, , , , .
Syntagmen:
(ein) b. begeren / bitten / haben / zulassen / nemen, jm. (ein) b. geben / erlangen
;
um ein b. bitten, jn. mit dem b. aufziehen
;
nach gehabtem b
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
5, 748, 4
(
preuß.
,
1524
):
Uff welches sy bedacht begert, der in zugelassen, und seind in bedacht gewesen bisz in die 6 stund.
Loose, Tuchers Haushaltb. 
137, 21
(
nürnb.
,
1516
):
hat noch 15 meß, sol er mir geben auf bedacht.
Tittmann, Schausp. 16. Jh. Ayrer. Sidea
258, 78
(
Nürnb.
1618
):
gebt mir ein bedacht heint den tag, | als dann so wil ich mich erklern.
Chron. baier. Städte. Regensb.
63, 18
(
noobd.
,
1525
):
Ein gemaine geistlikait soll und werde […] kaines bedachz begeren.
Turmair 4, 
545, 12
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Herzog Heinrich […] nam im ainen bedacht, der ward im vergünt.
Winter, Nöst. Weist.
4, 262, 46
(
moobd.
,
1549
):
wir pitten umb erlaubnus umb ain bedacht in die erst sprach zu geen.
Loersch, Weist. Boppard
211, 5
;
Opel, Spittendorf
145, 26
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
472, 8
;
v. Keller, Ayrer. Dramen 
1950, 33
;
Roder, Hugs Vill. Chron. 
173, 34
;
Chron. Augsb.
5, 161, 18
;
7, 29, 8
;
268, 9
;
8, 113, 13
;
Meisen u. a., J. Eck
32, 10
;
Chron. baier. Städte. Regensb.
77, 3
;
197, 3
;
Winter, a. a. O.
1, 451, 5
;
Dietz, Wb. Luther
1, 219
;
Rwb
1, 1334
;
Vorarlb. Wb.
1, 266
.
3.
›Anschlag, übles Vorhaben, übler Plan‹.

Belegblock:

Hübner, Buch Daniel
4179
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
uf daz sie viengen | Cristum unde begiengen | An im alle ir bedacht.