ausleuchten,
V.
1.
›hervorschießen, aufsprießen (z. B. von Saatgut gesagt)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
 1.

Belegblock:

Quint, Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
sô wehset unkrût und bedecket [...] den guoten sâmen, daz er niht ûzliuhtet noch ûzwahsen enmac.
2.
›nach außen dringen, ans Licht kommen, aus etw. hervorleuchten‹; auch bildl. verwendet; trans.: ›etw. beleuchten, ans Licht bringen‹; metonymisch: ›jn. offenbaren‹; aus dem Beleg nicht monosemierbar die Wendung
das evangelium a.
›das Evangelium verkünden‹ oder ›das Evangelium auslegen‹.
Bedeutungsverwandte:
 1;  2.
Gegensätze:
 2.

Belegblock:

Vetter, Pred. Taulers (
els.
, ˹Hs.
1359
˺):
dis lúchtet es us und git gezúg das das der mensche was eweklichen in Gotte.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Swer mich offenbâret und ûzliuhtet, der sol hân das êwige leben.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Ich bin da nit ein uslúhtendes liecht, ich bin nút ein uzwúrkendes gůt.
Quint, a. a. O. ;
Voc. inc. teut. b
viijr
;
Bad. Wb.
1, 96
;
Dietz, Wb. Luther .
3.
›etw. überstrahlen‹, im Beleg ütr. verwendet; hierher das Phrasem
jm. die augen ausleuchten
›jn. durch gleißendes Licht blenden‹, im Beleg bei
Dietz
, Wb. Luther (s. u.) ebenfalls ütr. verwendet.

Belegblock:

Vetter, Pred. Taulers (
els.
, ˹Hs.
1359
˺):
diser fride der sol us lúchten an alles des menschen leben und wesen.
Dietz, Wb. Luther (a.
1519 ff.
).
4.
›jm. zum Abgang, Abschied leuchten‹; metonymisch: ›jn. vertreiben, verjagen‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
jn.
(z. B.
einen buben / schelm
)
a.
;
jn. als tol / töricht a.
;
jn. zum land a., jn. mit ruten a.
;
dem herbst a.

Belegblock:

Luther, WA (
1530
/
1532
):
solt man den nicht als toll und toͤricht zum land ausleuchten?
Luther, WA (
1532
):
viel fromer leute wurden sich hueten und solche buben helffen ausleuchten.
5.
›jm. heimleuchten, jm. eine Abfuhr erteilen; jm. übel mitspielen‹.
Phraseme:
jm. übel ausleuchten.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
gelerte jm. a.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Dasselb mich jetzt gerathen deucht, | Dir wirdt sonst vbel ausgeleucht!
Dietz, Wb. Luther .