stilschweigend,
Adj.
›stillschweigend, ohne Laut zu geben, ohne etw. zu thematisieren, ohne daß etw. ausdrücklich vereinbart worden wäre‹; in mystischen Texten mit Tendenz zu ›ruhig, gelassen, in sich selbst ruhend‹.
Syntagmen:
s. abgehen, s. etw. schreiben / verpfänden, etw. s. umgehen, jn. s. übergehen, etw. (den schmerz) s. unterdrücken
;
das stilleschweigende lachen
.

Belegblock:

Köbler, Ref. Wormbs
235, 23
(
Worms
1499
):
so dieselben losung güter dem kauffer gemeinlich oder sunderlich offenlich oder stillschwygend sust verpfendt weren.
Ders., Ref. Nürnberg
295, 19
(
Nürnb.
1484
):
yedoch ist alle sein habe vñ gut ir darumb stilschweige͂d verpfendt.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
150
(
Nürnb.
1517
):
Die ladung der sünder zum wolleben des höchsten künigs wöllen wir stilschwigent nit umbgeen.
Franck, Decl.
349, 2
(
Nürnb.
1531
):
das du in diser deiner nennung den kaiser Tiberium stilschweigend hast uͤbergangen.
Vetter, Pred. Taulers
301, 1
(
els.
,
1359
):
er nemmet dis eine alsus: ,eine stille swigende sloffende goͤtteliche unsinnige dúnsternisse.
Bihlmeyer, Seuse
173, 23
(
alem.
,
14. Jh.
):
Underwilent hat er [bredier] ein minneklich einreden mit gote, [...], denn ein senliches weinen, etwen ein stilleswigendes lachen.
Eschenloher. Medicus
58, 13
;
Pfälz. Wb.
6, 591
.
Vgl. ferner s. v.  3, (V.) 1.