grummet,
gramat,
graumat,
gromat,
grünmat,
das
,
vereinzelt
die
;
-s
(für
das
),
(für
die
)
/–
.
›Grummet, getrocknetes Gras der im Frühherbst eingebrachten zweiten Ernte‹; als Metonymie: ›Wiese, auf der der zweite Schnitt wächst, häufig ein Teil der Almende‹. Der Ertrag des zweiten Schnittes ist demjenigen der Heuernte quantitativ unterlegen; allerdings eignet sich das Grummet wegen seines geringen Verholzungsgrades für Zwecke außerhalb des Futterbereichs (z. B. für Kissenfüllungen u. ä.).
Zur Verbreitung des Wortes in den rezenten Mundarten:
Dwa
1
;
14, 1
. Dazu:
Ruppenthal, Der zweite Grasschnitt [...].
1950
;
W. Steinhauser, Germ. Graswirtschaft.
Bedeutungsverwandte:
 1, , (
das
1, spätheu; vgl. ,
1
 1.
Gegensätze:
vgl. , .
Wortbildungen:
grummeten
›abheuen‹ (a. 1553),
grummeternte
,
grummetmad
›Ernte des zweiten Schnitts‹,
grummetsak
abwertend für eine Person,
grummetsgrund
,
grummetwiese
,
grummetzins
(a. 1575).

Belegblock:

Lohmeyer, K. v. Nostitz (
preuß.
,
1578
):
[damit] frisch grumett wachsen möge.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl. (
mosfrk.
,
1442
):
daz nemlichen kein dorf vor dem andern keine friheit [...] an weiden haben sal, usgenomen bannezune und rechten grumait.
Ebd. (
1546
):
daß alle, die im eid gesessen, einwesserig und einweidig seien ußerhalb der grumat, doch sol keiner dem andern zu nahe faren.
das Dinggebiet solle einweidig sein, [...], außgenommen banzeune banflüre banwasser und grömetgrund, die ein iglich gemeinschaft von alter her vor eigen grömet gebraucht [haben].
Müller, Faustb.
935, 13
(
Frankf.
1587
):
der [Baur] fuhrte ein grossen Wagen voll Grummats.
Lichtenstein, Lindener. Katzip. (o. O.
1558
):
Zum salat zway fuͦder gramat oder hew.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
70, 6
(
Frankf./M.
1568
):
Damit [Sensen] man Meht das gruͤne Graß / | Darauß denn wirt Grumaht vnd Heuw.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
249, 14
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Die grommatwiesen wessere alsbalt mit der winterfluet.
Mon. Boica, NF. (
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
musz ein mensche jerlichen ym hew und grumat [...] fronen als lange, bis das gedorret.
Lexer, Tucher. Baumeisterb. (
nürnb.
,
1464
/
75
):
das er dasselb futter darvon niessen mag zu seiner nottorft [...]. das wirt pei zweien füderlein heus und ein fuder grümat.
wenn sie [pauren] das grummat hinein pracht haben alle jare, das sie dann dieselben greben haben mussen außwerfen.
Fastnachtsp. (
nobd.
,
v. 1494
):
Ach Gruomatsack [...], | Wie gar huorsunn mügen die pauren sein!
Henisch (
Augsb.
1616
):
Gromat / grom͂et / grummet / omat / spat hew / dz zum andern mal von einer wisen gemeihet wird [...] Grometernte [...]. Die Donnerstag in der Faßnacht witter zeigt / die grom͂eterndte vnd weinlese. [...] Wann hpld [sic!] grum͂et vnd andere futterung glind vnd waich werden / so wendt sich das trocken hart wetter in weiche lufft.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1520
):
Man sol auf meines herrn wisen [...] graumat haun und auf kainer andern mer.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
16. Jh.
):
Wan man mader hat in der Prendtwisen zu hey oder zu graimat, so geit man in zwai laibel prot.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1625
):
Welcher ein krautgarten, ain trattpeunt, gruemadt, wiß oder besonder felt hate, solle daß wie sein cammer fridten.
Kehrein, Lieder 14./15. Jh. ;
Lamprecht, a. a. O. (Beleg von
1273
);
Struck, Klöster
1141
;
Ermisch u. a., a. a. O.
72, 32
;
171, 5
;
253, 38
;
254, 12
;
256, 6
;
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
247, 18
;
Mon. Boica, NF. f.; f.; NF.
2, 1, 2, 26
;
44, 25
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
11, 114
;
Bastian, Runtingerb.
2, 354, 21
;
UB ob der Enns
10, 178, 31
;
Mell u. a., Steir. Taid. ; ;
Bischoff u. a., a. a. O. ;
Zingerle, Inventare ; ;
Voc. inc. teut. k
ijr
;
iiijr
;
Dietz, Wb. Luther
2, 174
;
Öst. Wb.
3, 545
.
Vgl. ferner s. v. (
der/die
).