grendel,
grindel,
gründel,
der
;
–/-Ø
;
zur Etymologie s. Schweiz. Id.
2, 758
.
1.
›vorgeschobener Querbalken in unterschiedlicher Größe, aber immer mit der Funktion, etw. einzugrenzen, abzuschließen bzw. den Eingang zu etw. zu verwehren‹, z. B. ›Tür- oder Torriegel, Schlagbaum, Sperrschranke‹; metonymisch dazu: ›Tor (speziell: Stadttor); Zaun, Gatter (speziell: äußeres Gatter an den Stadttoren)‹; ›Scharnier‹; ›Graben‹.
Wmd./wobd.
Bedeutungsverwandte:
, , , , , .

Belegblock:

Schöpper
73a
(
Dortm.
1550
):
Pessulum. Riegel grendel sperre ¶ hindernus verhaltung.
Buch Weinsb.
1, 298, 25
(
rib.
,
um 1560
):
das man in den kirspeln sol uffsicht haben uff die putzen, grindelen, ketten.
Ebd.
345, 1
:
alle grindel und ketten waren in der stat zugesclossen, das man zu seiten nirgens komen mogt.
Ebd.
2, 309, 32
(
rib.
,
1575
):
Die kist war nussbeumen holz, hat 2 grindel mit augen an, und man leis noch 2 daran machen ohn das principail scloss und rigel an der kisten.
Ebd.
3, 35, 17
(
1579
):
ist der Quatermart darzu betirmt und gerust, uff die gassen grindel gemacht, die farten zu verhindern.
Schoop, Qu. Düren
199, 13
(
rib.
,
1596
):
dass jeder morgen die schosspfortzen vor dem uffschlesen [...] bewacht, an den grindelen und schlachtbeumen taglichen eine schiltwacht [gehalten].
Aubin, Weist. Köln/Brühl
176, 1
(
rib.
,
um 1530
):
eichholz vor weege und stege und grindel daraus zu machen.
Rudolph, Qu. Trier
142, 5
(
mosfrk.
,
1593-94
):
solle man den grendel und äußerste grose pforth so lange zu halten, biß dieselbige examinirt.
Kollnig, Weist. Schriesh.
63, 4
(
rhfrk.
,
1628
):
So auch ein hirt [...] einen sicht holz hawen, es seye gründel, fölgen, rüster oder dergleichen, so ist er [...] solches anzuzeigen schuldig.
Golius
310
(
Straßb.
1597
):
Repagulum, grendel / grosser rigel.
Bernoulli, Basler Chron.
4, 388, 12
(
alem.
,
1448
):
hand sy eynen unser knechten by dem grendel uff der brugk erstochen.
Bernoulli, Basler Chron.
5, 507, 4
(
alem.
,
1473
):
Desz worend die von Colmar [...] doch so wis, schlussen die thor und grendel zů.
Welti, Urk. Rheinfelden
114, 34
(
halem.
,
1387
):
[biß zum] bannstein, so vor Hermanstor beim aussern grendel stehet, von dannen dem Vichweg bey solchem grendel nach hinvf neben dem Paradis.
Ebd.
631, 3
(
1544
):
nachdem wir [...] ein thorwart⸗ oder zoll hüßle vor Hermans thar vff der vssern steynen arch sambt dem darzů dienenden grendel gehebt, da dann der statt oberkeit biß an den selben grendel vnd das ort, da der gestanden, [...], reychen.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
834, 32
(
halem.
,
1487
/
88
):
[Hanns] sol den grendel, so núwlich in dem wasser by der bapirmúly gemacht ist, zů nacht beschliessen.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
1, 215, 19
(
halem.
,
1508
/
16
):
am fritag sturmpt er mit sinem volk unden und oben an die grendel.
Ebd.
2, 153, 14
:
Also schlůgend si den grendel nach inen zů, das inen das geschütz dest minder geschaden moͤcht.
Roder, Stadtr. Villingen
148, 27
(
önalem.
,
1573
):
Die thorhieter sollen schwören ain aidt [...], das sie [...] bei den grendeln ston und guet acht haben.
Henisch
1740
(
Augsb.
1616
):
Grendel / grosser rigel / repagulum [...]. Grendelen / versperren.
Ebd.
1766
:
Gründel / rigel / sperling / klinck.
Mosler, UB Abtei Altenb.
2, 185, 12
;
260, 2
;
Aubin, a. a. O.
113, 8
;
181, 20
;
Bobertag, Eulensp.
80, 3
;
Rennefahrt, Gebiet Bern
782, 19
;
ders., Zivilr. Bern
654, 7
;
Luginbühl, a. a. O.
2, 85, 17
;
V. Anshelm. Berner Chron.
2, 195, 10
;
4, 21, 19
;
Bächtold, H. Salat
42, 6
;
Voc. Teut.-Lat. m vijv; y viijr;
Maaler
192r
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
154
;
Schweiz. Id.
2, 757
;
Schwäb. Wb.
6, 2069
.
Vgl. ferner s. v.  3.
2.
›Winde, Seilaufzug‹.

Belegblock:

Harsdoerffer. Trichter
2, 2, 145, 26
(
Nürnb.
1648
):
Grendel / Windenzug.
Henisch
1740
(
Augsb.
1616
):
Grendel / Windenzug / Succula, ergata, machina tractoria.
3.
›Vorrichtung am Pflugbaum zum Tiefer- oder Höhenstellen der Pflugschar‹.
Wortbildungen:
grendelband
›eisernes Band am Pflugbaum‹ (a. 1646),
grendelnagel
,
grendelwiete
›Verbindungskette zwischen Pflug und Radvorgestell‹ (a. 1590),
grendelring
,
grengelring
›Ring an der Kette des Vorderpfluges, der in einen Eisenzacken auf dem Rücken des Pflugbaumes eingehängt wird‹ (a. 1668).

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
389, 40
(
preuß.
,
1428
):
3 grengelrinken, 3 mistgabeln.
Ebd.
421, 27
(
1436
):
2 grendelczuchte, 2 grendelnayle, 12 czuchte.
Ebd.
504, 27
(
1430
):
1 grengelryngk.
Harsdoerffer. Trichter
2, 146, 18
(
Nürnb.
1648
):
Gruͤndel / Fisch und Pflugnagel.
Löffler, Columella/Österreicher
66, 1
(
schwäb.
,
1491
):
[ich] schetzt mit lichtern weg oder pflůgysen unnd grúndeln das ertrich zů ůben.
Henisch
1766
(
Augsb.
1616
):
Gründel / ein rigel / so vil loͤcher nach einander auff der reihen hat / vnd nach dem man das feld nach gelegenheit desselben tieff oder seuch vm͂breche͂ will / wird der nagel hinder oder vor sich gesteckt.
Pfälz. Wb.
3, 444
;
Schles. Wb.
1, 451
;
Martin/Lienhart
1, 277
;
Schweiz. Id.
2, 758
;
Schwäb. Wb.
2, 758
;
3, 840
;
Vorarlb. Wb.
1, 1241
.
4.
›Welle von Rädern (besonders der Wellbaum des Wasserrades der Mühle)‹.

Belegblock:

Harsdoerffer. Trichter
2, 145, 21
(
Nürnb.
1648
):
Grindel / Wellbaum.
Henisch
1746
(
Augsb.
1616
):
Grindel / wellbaum / an dem Mülrad [...]. Die eiserne zapffen an dem grindel / axis cardines. Der grindel ist an beiden enden mit eysen banden beschlagen.
Bastian u. a., Regensb. UB
242, 5
(
oobd.
,
1363
):
ze pezzern, swaz gepresten daran wirt von grunt auf, von vauln, [...] an redern, an muͤleysen, an grinteln oder an anderen sachen.
Hipper, Urk. St. Ulrich
276, 3
;
Schwäb. Wb.
6, 2069
(a. 
1615
);
Vorarlb. Wb.
1, 1241
(a. 
1543
);
Patocka, Salzwesen.
1987, 147
.