gottespfennig,
der
.
1.
›Unterpfand, bestimmte Geldsumme zur Sicherung der Rechtsgültigkeit von Kauf-, Eheverträgen, Bestimmungen über Mitgift u. ä., eine Art (symbolische) Kaution, die in vielen Fällen nach Begleichung der noch ausstehenden Schulden bzw. nach gegenseitiger Erfüllung des Vertrages als Almosen an die Armen weitergereicht wird‹;
vgl.  1;  1.
Bedeutungsverwandte:
, .
Syntagmen:
den g. abtragen / (an etw.) geben / nemen; etw. auf einen g. einkaufen, etw. mit einem g. annemen / bestetigen, etw. zu einem g. geben; der empfangene g
.

Belegblock:

Hertel, UB Magdeb.
3, 383, 31
(
1487
):
so nympt sie [gutter] ein koufmann in unser alden stadt Magdburg mit einem gotspfennige an und schriebt zcu stund yn unser zcolle und gleyte, das gud sey seyn.
Leman, Kulm. Recht
2, 5, 1
(
Thorn
1584
):
Von deme gotis phennynge. Bekennet eyn man des. das her synen gotisphennyng gegeben habe vf eynen kouf. so sal her den halden.
Loose, Tuchers Haushaltb.
177, 13
(
nürnb.
,
1506
):
2100 gulden, die sol ime in einem jar nach der hochczet entrichten, damit sie für vetterlich und müterlich erbtail gancz hindon gericht sain sol und sich pede des in der pesten form verczeihen. darauf hab ich ein gülden czu einem gotzpfennig gegeben.
Winter, Nöst. Weist.
2, 452, 8
(
moobd.
,
1590
):
ist allen denselben auferlegt das kainer hinfüran mer auf ainen gottespfenning und borg einkaufen.
Ebd.
3, 783, 31
(
1484
, Hs.
1535
):
dingt ain man sein guet uber lant [...] und gibt sein gotzpfenning daran, das soll er antwurtn an die statt do man es hat hin gedingt.
Bischoff, Steir. Landr.
177
(
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
Wann man chawft oder hin geit, wann man leytchawf trinkcht oder gotsphenig geit, so ist der chawf stêt.
Mollay, Ofner Stadtr.
375, 3
(
ung. inseldt.
,
1. H. 15. Jh.
):
Wer einen kauff thuet vmmb faruͤnd hab, der da pestetiget wirt mit einem gotes pfennig.
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 202, 19
;
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
438, 7
;
Boner, Urk. Brugg
68, 22
;
Voc. Teut.-Lat. l iiijv; m iiijr;
Dasypodius
13r
;
Maaler
190v
;
206v
;
Rwb
4, 1031
;
Pfälz. Wb.
3, 394
;
Shess. Wb.
2, 1429
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
152
;
Schweiz. Id.
5, 112
;
Schwäb. Wb.
3, 770
;
Öst. Wb.
3, 50
;
2.
›Handgeld für einen Dienstboten oder Arbeiter, eine Art Anzahlung beim Abschluß eines Arbeitsverhältnisses, die bei Auflösung desselben zurückgegeben werden muß‹;
vgl.  1,  1.
Preuß.

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb.
525, 24
(
preuß.
,
1409
):
½ m. dem zygelstrycher zur Memel zum gotespfennynge.
Toeppen, Ständetage Preußen
5, 327, 17
(
preuß.
,
1478
):
ap sich eyn dinstbote an czwen addir an dreyn enden vormittet, wer denne den ersten gotspfennigk gegeben hot, dem sal der dinstbote folgen.
Ebd.
510, 23
(
1508
):
das ein knecht adir magt sich an dreyen ader vier enden vormittet, und gefelt es in nicht, szo geben sie den gotspfennig widder.
Joachim, a. a. O.
149, 8
;
Toeppen, a. a. O.
5, 478, 18
.