gestern,
gester,
gestert,
Adv.;
keine erkennbare Zeit- und Raumlagerung.
1.
›gestern, zeitlich zwischen
vor-, ehegestern
einerseits und
heute, heint
andererseits liegend‹; auch ütr.
Wortbildungen
gestrig
(Adj.), dazu als Adv.:
gestrigs
,
gesterlich
.

Belegblock:

Schöpper
46b
(
Dortm.
1550
):
Hesterno uesperi. Nächt nechtig heint gestern zu abend.
Luther, WA
47, 163, 11
(
1539
):
Christus ist heute wie gestern.
Ders. Hl. Schrifft.
Hebr. 13, 8
(
Wittenb.
1545
):
Jhesus Christus / gestern vnd heute / vnd derselbe auch in ewigkeit.
Quint, Eckharts Pred.
1, 166, 5
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
die tage, die dâ wâren vor sehs tûsent jâren, die sint dem tage hiute als nâhe als der tac, der gester was.
Ebd.
2, 600, 11
:
geschæhe daz gester, sô wære ez niuwe, und aber hiute, sô wære ez noch niuwer.
Ders., Eckharts Trakt.
60, 24
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Aber sôgetâne liute wellent schouwen und smacken êwigiu dinc [...], und ir herze vliuget noch in gestern, noch in morgen.
Schmitt, Ordo rerum
455, 18
(
omd.
,
1466
):
Hesternus gesteryg [...] gisternich – gesterlich.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
32, 35
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Alles ist es ein eitelkeit und ein serung der sele, vergenglichkeit, als der gesterig tag.
Küther, UB Frauensee
397, 36
(
thür.
,
1530
):
das ers in allermaß wie es gestert artickelsweiße verantwort darbei bleiben lasse.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Joh.
4, 52
(
osächs.
,
1343
):
Wan gestern umme di sibende stunde lîz en der ritte.
Fischer, Folz. Reimp.
18, 59
(
Nürnb.
um 1520
):
Offt pleybt gestriges krawcz ein pacz | Unten in eim hafen.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
140, 14
(
nobd.
,
n. 1525
):
wie die pawrn inen ir antwurt uff gesterig der gesandten des ausschuß handlung in schriften zugeschickt [...] hetten.
Sachs
17, 52, 11
(
Nürnb.
1553
):
Ich hab gestert nicht gsehen dich; | Wie gehst du her so schweiferlich?
Matthaei, Minner. I,
8, 116
(Hs.
15. Jh.
):
ich waz selb zehend geswester. | daz ist mir also gester | daz sie alle lebten | und in ern swebten.
Langen, Myst. Leben
154, 18
(
nobd.
,
1463
):
so doch tausent iar sein vor den / augen des herren als der tag, / der gester vergangen ist.
Henisch
1575
(
Augsb.
1616
):
Nach dem gestrigen Wein stincken / vnn den uͤberfluß noch herauß koppen. [...]. Gestern war es an dir / heut ists an mir. [...]. Was gestern stund / kan fallen heut.
Luther, WA
10, 3, 426, 7
;
Quint, Eckharts Pred.
1, 143, 8
;
2, 99, 1
;
Dedekind/Scheidt. Grob.
111, 29
;
Skála, Egerer Urgichtenb.
78, 10
;
Sachs
20, 125, 4
;
Baumann, a. a. O.
43, 28
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 145, 3
;
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 328, 6
;
Wiessner, Wittenw. Ring
717
;
Bachmann, Haimonsk.
260, 23
;
Chron. Augsb.
4, 109, 8
;
Brack
a 3r
;
Maaler
176r
;
Mylius
B 2v
;
Dietz, Wb. Luther
2, 106
;
Schweiz. Id.
2, 488
;
Schwäb. Wb.
3, 556
.
Vgl. ferner s. v. , ,  2, , (V.) 3.
2.
›seit gestern‹.

Belegblock:

Sachs
17, 105, 20
(
Nürnb.
1553
):
Wolst in nit heissen kommen rauß? | Wann gester ist sein zeit gleich auß, | Daß er kömb her und las sich hencken.