gesint,
part. Adj.
1.
›zu etw. gewillt, auf etw. bedacht‹;
vgl. (V.) 123.
Phraseme:
zu / nach etw. gesint sein
›nach etw. trachten, streben, auf etw. aus sein‹.
Bedeutungsverwandte:
, , ; vgl. (Adj.) 12, , jeweils part. Adj.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Statuere [...] gewillet gesinnet sein [...] fuͤrfassen [...] anschlagen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
617, 3498
(
Magdeb.
1608
):
[die Meuß] sandten kundschafft zuerfahren / | Wozu die Froͤsch gesinnet waren.
Roloff, Naogeorg/Tyrolff. Pamm.
107, 892
(
Zwickau
um 1540
):
wie michs itzt ansicht / | So ist er nicht gesint / das er mit icht / | Dir einige gewalt odr herrligkeit | Zukomen lassen woͤll.
Maaler (
Zürich
1561
):
Die weyber sind alle geleych Gesinnet od’ geartet. Omnes mulieres eadem æquè student. Er ist anders Gesinnet / Auff andere ding geflissen / Einer andern art und meinu͂g. Dissimili studio est.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1536
):
so was Jeronimus Jmhof und Ulrich Rehlinger auch darzu gesinnet und gewillt.
Roloff, a. a. O.
15, 98
;
v. Keller, Ayrer. Dramen .
2.
›hinsichtlich e. S./P. in bestimmter Weise gesonnen, gesinnt, im Denken und Fühlen eingestellt, geneigt, bedacht‹;
vgl. (V.) 3.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (Adj.), (part. Adj.) 3.
Syntagmen:
anders / gleich / barmherzig / gnädig / gütig / fleischlich / geistlich (mit jm., gegen jn.) g. sein
;
so g. sein, das [...], das herz
[wie]
g. sein
.

Belegblock:

Luther, WA, (
1525
):
dabey man lernen und gleich wie ynn eim spiegel sehen kan, wie Gott gegen uns gesynnet sey.
Ebd. (
1520
):
So wir nu von natur also gesynnet sind, das ein yglicher das seine suͤcht.
Ders. Hl. Schrifft.
Röm. 8, 5
(
Wittenb.
1545
):
die da fleischlich sind / die sind fleischlich gesinnet / Die aber geistlich sind / die sind geistlich gesinnet
. Marg.:
Fleischlich gesinnet sein ist / Das man nichts nach Gott fraget.
Ebd.
Phil. 2, 5
:
Ejn jglicher sey gesinnet / wie Jhesus Christus auch war.
Buch Weinsb. (
rib.
,
1593
):
daruss spurt man, wie rechtfertig und wie sie gesinnet sin.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 74, 10
(
Hagenau
1534
):
Ein Christen soll [...] gesinnet sein / als solt er dise stunde sterben.
Maaler (
Zürich
1561
):
Gegen einem übel Gesinnet / oder der einem nit vil guͦts gunnet / oder ein boͤsen willen zuͦ einem hat. Malè animatus erga aliquem. Alle frommen sind geleych Gesinnet / oder / habend ein meinung vnd sinn.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Alle seind also gesinnet / seindt deß sinnes oder meinung [...]. Gleich sein gesinnet / macht gute Freundschafft. [...]. Wenn man sihet / wie die Leuth gegen einem gesinnet sein / so mercket man wie nahe man jhnen treten / oder wie ferrn man von jhnen bleiben soll. Wie ein jeder gesinnet / vnd jhm selb wissen ist / also vrtheilt er auß jhm selbs / auß seinem Hertzen ein anderen.
Memminger Chron. Beschr. (
Ulm
1660
):
Jch weiß nicht wie theils Eltern / [...] / gesinnet seyn / ob es auß Liebe oder Einfalt geschiehet.
Perez, Dietzin
2, 192, 21
;
Dietz, Wb. Luther
2, 102
f.
Vgl. ferner s. v. , .