deponieren,
V.
– Spätes Frnhd.
1.
›etw. in Verwahrung geben, ablegen‹.
Bedeutungsverwandte:
 1,  9,  14.

Belegblock:

Rot
304
(
Augsb.
1571
):
Deponirn, Absetzen / ablegen / abstellen.
Schulz/Basler
1, 135
.
2.
›vor Gericht aussagen‹, Ütr. zu 1.

Belegblock:

Schulz/Basler
1, 135
(a.
1536
).
3.
›jn. zur Schau stellen, lächerlich machen‹.

Belegblock:

Roloff, Brant. Tsp.
1961
(
Straßb.
1554
):
Nun schauw wie es umb dich hab gstalt | Du hoͤrtest ein verß der gfiel dir nit | Du moͤchst nit leiden deposuit | Schau zuͦ wie du bist deponiert | Geplogt geschendt und humiliert.
Goedeke, P. Gengenb.
137, 763
.
4.
›einem jungen Studenten die Fuchstaufe zuteil werden lassen, wodurch dieser zum vollgültigen Studenten wird‹; Ütr. zu 3.
Wortbildungen:
deposition
(a. 1520 ff.).

Belegblock:

Buch Weinsb.
1, 103, 20
(
rib.
,
um 1560
):
Dan [...] bin ich in die universiteit zu Coln komen und hab daselbst in artibus angefangen zu studeren, wie man es nennet, bin auch von den studenten zu Weinsberch im haus deponeirt worden.
Barack, Zim. Chron.
3, 139, 5
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Zu Tibingen warden die paid jungen herren deponirt, wie dann der deutsch brauch uf den deutschen hochen schulen eingerissen mit diser losen gewohnhait, das ein bachant und nar den andern vexirt.
Buch Weinsb.
3, 21, 27
;
Barack, a. a. O.
3, 438, 7
;
Rot
304
;
Eckel, Fremdw. Murners.
1978, 61
.
Vgl. ferner s. v.  2.
5.
›sich an einer Universität einschreiben, immatrikulieren‹.

Belegblock:

Schweiz. Id.
13, 944
(a.
1612
).