angienen,
V.
1.
›jn./etw. anstarren, anglotzen, starr ansehen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , (V.) 1.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus
3, 12, 23
(
Frankf.
1557
):
wenn ich dich het gescholten, | So soltstu mich gar schaͤl angienen
[hier phrasematisch: ›scheel ansehen‹].
Sachs
17, 119, 9
(
Nürnb.
1554
):
Mein buler ich abgfertigt hab, | Noch geht er täglich auff und ab | Die gassen und mein hauß angient.
Ebd.
23, 105, 37
(
1556
):
Der lantgraff ainen narren het, | Der die want auch an-gienen thet.
Roloff, Brant. Tsp.
1104
(
Straßb.
1554
):
Sieh wie der alt boͤßwicht mich angient.
Andreae. Ber. Nachtmal
65, 18
.
2.
›jn. lächelnd anblicken‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Roloff, Brant. Tsp.
457
(
Straßb.
1554
):
Die maͤgd die ir dort also dienen | Und ir liebkosen und angienen / | Die sind etwan all Tugent gesyn | Und die hertz liebsten doͤchter mein.