angaffen,
V.;
das Wort wird hier etymologisch von
ankapfen
(s. d.) getrennt (vgl. Weigand/Hirt
1, 610
), obwohl es von diesem semantisch kaum unterscheidbar ist.
›jn. mit offenem, verzerrtem Munde anstarren‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1, .

Belegblock:

Schmitz, Schiltb.
145, 4
(
Frankf.
1597
):
wahren derowegen in grosser angst. Da sie nun einander also angaffen / nit wusten wie sie jm thun solten.
Gille u. a., M. Beheim
248, 30
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
er mich scheuczlich an gaffet. | Er des fürsten tur huter was.
Bihlmeyer, Seuse
439, 12
(
alem.
,
14. Jh.
):
Die toͤhtren von Jerusalem hatent ein angaffen mit einem wunder her Salomonis usserwelten frowen.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
1682
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Das er sÿ [wib] ze mal můst angaffen | Mitt offem anlachenlichem mund.
Adrian, Saelden Hort
5312
;
Dietz, Wb. Luther
77
.