achtbäre,
auch
achtbar
und
achtbarlich
,
Adj.
1.
›angesehen, geachtet, geschätzt, ehrwürdig‹, mit offenem Übergang zu ›mächtig‹; oft formelhaft als Ausdruck der Achtung gegenüber Personen gebraucht;
zu
1
 8.
Syntagmen:
a. sein
›etw. gelten‹;
j. a. erhöhen; a. könig / herre / lerer / jüngling, a. leute.
Wortbildungen:
hochachtbar.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
726
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Dâvît nâch gotis herzin was,| ein kunic, den er selbe irlas | an sînes volkis rîche | und hôet in achperclîche.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
17, 12
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Nennet mir, mit dem finger weiset mir, wo sint die frumen, achtbern leute.
Küther, UB Frauensee
313, 16
(
thür.
,
1512
):
der wirdige und achber here er Jorge von Wittershußen, zu dir zyth probest zu dem closter Sehee.
Palm, Veter Buoch
50, 19
(
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
Dise rede horte das kint vnd gedachte, das nieman achpere ist in himel oder in helle, wan der gote lebet.
Neumann, Rothe. Keuschh.
5451
;
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. 1. V. Bl.
3
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 159, 16
;
v. Birken. Erzh. Österreich
79, 45
;
Seemüller, Chron. 95 Herrsch.
181, 2
;
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
19, 3
;
Weber, Füetrer. Poyt.
7, 3
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
2, 14
;
Dasypodius
287v
;
Alberus
rr ijr
;
Maaler
10r
;
Ulner
205
;
Diefenbach
197a
;
Wrede, Aköln. Sprachsch.
60
;
v. Künßberg, Acht.
1910, 51
.
2.
›prächtig, mächtig, reich (von Sachen und Herrschaftsgebilden); beachtlich, beachtenswert (von Handlungen)‹;
vgl.
1
 8.
Bedeutungsverwandte:
, .
Syntagmen:
lon a. sein; a. hafen / handel / sold, a. gerechtigkeit / krone / stat, a. banier / land.

Belegblock:

Mone, Adt. Schausp.
3, 430
(Hs. ˹
omd.
,
1391
˺):
da sach ich gar eyn achpere stat, | daz ist dy
e
cristenheit genant, | daz han ich in dem [geist] erkant.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
5, 10
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
wann meiner freuden achtber banier ist mir leider undergangen.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
146, 40
(
thür.
,
1474
):
uß deme allen danne die achpare gerechtigkeyt eynes iglichin parthes sich belernen unde wolmerglichin erschynen wirt.
Koppitz, Trojanerkr.
1120
(
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
Der selbe achtbarliche sold | Was für ungemütte gütt.
Gereke, Seifrits Alex.
6684
(
oobd.
, Hs.
1466
):
das enhalb des piriges wer | vill diett und lanndt achtper.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
12943
;
v. Tscharner, Md. Marco Polo
72, 16
;
Strauch, Schürebrand
30, 27
L;
V. Anshelm. Berner Chron.
5, 151, 13
;
Gereke, a. a. O.
1204
;
3862
;
v. Künßberg, Acht.
1910, 52
.