mutwilligen,
V.
›sich gegen die sittlichen, rechtlichen, religiösen Regeln der Gesellschaft verhalten‹ (allgemein); im einzelnen: ›Gewalt ausüben‹; ›jn. tätlich angreifen‹; ›sich gegen jn. auflehnen‹;
vgl.  3.
Bedeutungsverwandte:
, , , ; vgl. (V.) 12.

Belegblock:

Chron. Köln (
Köln
1499
):
laist uns samen gain mit houfen: of dan uns iemans woulde moitwilligen, so moege wir dem wederstant doin.
Voc. Teut.-Lat.
u viijv
(
Nürnb.
1482
):
Mutwilligen wiederspenigen vnwirssen streiten hochfertige͂.
Pfeiffer-Belli, Murner im Glaubensk.
3, 48, 32
(
Luzern
1528
):
Wer der kirchen gebot [...] verwirfft, [...], der verwirfft all menschen satzungen, das er [...] noch allem gefallen muͦtwillige.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
darin vil von der risen weiber gesagt wird, wie si die leut gemuetwilligt haben und doch zuelest von den teutschen helden überwunden sein worden.
Mell u. a., Steir. Taid. (
m/soobd.
,
18. Jh.
):
da einer ein weibsbild unehelicher weiß zur unkeuschheit reitzet und wider ihren willen sie mutwilliget.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe .