miste,
die
.
1.
›Misthaufen, Miste‹;
zu
1
 2.
Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Phraseme:
j. / der hund auf seiner miste küne sein
(o. ä.);
iederman nur auf seiner miste scharren
›auf den eigenen Vorteil bedacht sein‹;
iederman stark auf seiner miste sein
;
jm. nicht das stro auf der miste gönnen
.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , , , .

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
1150
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Die sich nich in der misten | Der horigen sunden
(hier mit gen. explicativus und ütr.)
welgen | [...] | Die sint priester genamet dort.
Luther, WA
32, 413, 27
 f. (
1532
):
jnn der wellt allenthalben gehet, da niemand dem andern wolthut und jderman nur auff seinen misten
[50, 440, 2:
seiner misten
]
scharret und nichts darnach fragt wo der neheste bleibt.
Ebd.
34, 2, 116, 32
(
1531
):
Ein Saw ligt auff dem Koben oder auff der Misten, ruget und schnarcket und dencket nur, wo Trebern und Kleyen seien.
Schade, Sat. u. Pasqu.
125, 14
(
Wittenb.
,
1524
/
5
):
Dem sprichwort nach allzeit du bist | Ein freidig hunt uf deiner mist.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
6369/72
(
rib.
,
1444
):
Yederman is starck op der misten syn | Ind in syme lande koyne, [...]. | Hi is alhie in syme lande | Ind up synre misten stainde.
Fastnachtsp.
752, 25
(
nobd.
,
15. Jh.
):
Das er müst schlafen auf einer misten, | Bis im di meus in den hintern würden nisten.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
2, 39, 23
(
Frankf.
,
1545
):
Yetzt, so ich [Hundt] alt bin unnd nimmer Hasen erlauffen kan, mag mann mir das Stro auff der Misten nit guͤnnen.
Chron. Köln
3, 667, 6
;
Pfälz. Wb.
4, 1348
.
2.
›Kehrichthaufen, Müllhalde‹;
vgl.
1
 3.
Bedeutungsverwandte:
vgl.

Belegblock:

Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 96, 33
(
schwäb.
,
1445
):
der mistinen
[hierher]
halber, die uff einer gemeind ligen. soll ain yeder, [...], die raumen bey fünf schilling häller und wann er die mistin
[dies zu
miste
II: ,das Ausmisten‘]
dannen thut, mag er wol, soweyt die mistin griffen hat, scheyflen.