jamerig,
Adj.
1.
›von Trauer, Kummer erfüllt, sorgenvoll‹;
zu  1.
Bedeutungsverwandte:
(Adj.),  2, , .
Syntagmen:
jameriger augtropfe, jamerige begierde / jungfrau, jameriges gebäre / herze
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Ich waz jameric und unvro | Do iz sich gevugete so.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.  (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
daz der gotis werde man | vor lîbe weinte manchin trân, | als in sîn jâmeric herze twanc.
Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
An unsen herren er do schre | Mit jamerigem herzen.
Thiele, Chron. Stolle  (
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
das sy ubir on so jomerig wart, das sy ome den syden mantel […] zu warff, unnd ging ane mantel zu tissche.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
155, 21
(
Nürnb.
1548
):
eim rechten Christen hart muß zu hertzen gehen / vn̄ leydig vnd jammerig machen.
Bihlmeyer, Seuse  (
alem.
,
14. Jh.
):
Er ward zitrende von frost, daz im die zene in einander klaperten, und gestůnd also jamrige still.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
523
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Aber die die da uieln die wurden iaemerig.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.  (
moobd.
,
1478
/
81
):
Sy kamen zu der iämerigen junckfrawen.
Helm, a. a. O. ;
Reissenberger, a. a. O. ;
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. ;
Reichmann, a. a. O.
86, 20
;
Bihlmeyer, a. a. O. ;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel ;
Baptist-Hlawatsch, a. a. O. Vorr.
186
;
Voc. Teut.-Lat.
p iiijr
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 318
.
Vgl. ferner s. v. .
2.
›mitleiderregend, erbärmlich‹; pejorativ: ›verabscheuungswürdig‹;
zu  1.
Syntagmen:
jameriger krieg / mensch / schmerz / tod / ursprung, jamerige wollust, jameriges elend / ende / leben / leid / siechtum, jamerige mitbrüder
.

Belegblock:

Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann 
1, 11
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
in jamerigem ellende verswindet und in der unwiderbringenden swersten achte gotes.
Mathesius, Passionale (
Leipzig
1587
):
von dem geringen / niedrigen vnd jammerigen vrsprung / ankunfft vnd anfang dieses Knechts Gottes.
Sachs (
Nürnb.
1530
):
So wirdt got selber sein dein schutz | In disem jamerigen krieg.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel  (
Straßb.
1466
):
Es sei mit all ein jamriger sichtum.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
1339
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
die ere die got allain angehort die erputen si […] den andern, die jemerig menschen waren gewesen.
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
201, 34
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
O du jëmrige wollüst, du ladest mich czu der ewigen verdampnüz.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
488, 1
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Achilles sprang auff mit geschray | das gift gab im ett da ein jämerigs ende.
Baptist-Hlawatsch, a. a. O. Vorr.
24
;
1519
;
Vetter, Pred. Taulers ;
Vgl. ferner s. v.  1.
3.
›sehnsuchtsvoll, nach jm. schmerzlich verlangend‹;
zu  2.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Zozimas | An sime herzen stete was | Jamerec nach der vrowen.
Bihlmeyer, Seuse  (
alem.
,
14. Jh.
):
daz si […] ze bet lag also jamrig und serwende na gote.