garten,
der
 ;
-(s)/-Ø
(+ Uml.),
garte,
2
gart,
der
.
›eingezäuntes kleines Stück Land zum Anbau von Nutz- und Zierpflanzen‹; in christlicher Allegorie und Symbolik: ›Mutter Maria‹.
Syntagmen:
den g. anrichten / aufpflanzen / behecken / bemauern / beschließen / besehen / durchwehen / machen / pflanzen / verriegeln / verschliessen / wässern / zumachen; im g. spazieren, in den g. gehen / kommen; der g. des paradises, Abrahams g
. ›Paradies‹;
ein blühender / feiner / feuchter / grosser / grüner / lieblicher / lustiger / schöner g
.
Wortbildungen:
gartenampt
(a. 1410),
gartenbude
(a. 1412),
gartenbutze
›Vogelscheuche im Garten‹,
gartendieb
›Dieb von Obst und Gemüse aus Gärten‹ (a. 1542/70),
gartenflecken
›ein Stück Gartenland‹ (a. 1563),
gartenhonig
›Honig von Gartenbienen‹ (a. 1488),
gartenhütte
(a. 1482),
gartenkauf
(a. 1540),
gartenkröte
(a. 1624),
gartenmas
›Maß für einen Garten‹ (a. 1557),
gartensprenzer
›Gießkanne oder deren Brause‹ (a. 1628),
gartenwesen
›Gartenbau‹ (a. 1642),
gartenzierde
(a. 1561),
garthaus
›Stall‹.

Belegblock:

Pfefferl, Weigel. Ges.
15, 7
(
Hamburg
1646
):
Gott pflanzet den Baum des Lebens mitten im garten.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
283, 22
(
Wolfenb.
1593
):
Fürwar ewer Man mus auch nicht viel im Garten gewesen sein.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
471, 10
(
preuß.
,
1405
):
czu Dobrin vor eyn bowmgarten unde sust vor eyn erbe unde garten 50 m.
Joachim, Marienb. Tresslerb.
354
(
preuß.
,
1405
):
2 scot den jeterynnen im garte geschankt.
Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden
138, 22
(
preuß.
,
1400
):
das wir haben czu Gilgenburg vor der stadt 2 grosse gaͤrten byͤ deme zee.
Ebd.
239, 40
(
preuß.
,
1402
/
4
):
so hat Gruͤpytcz noch vor der stadt eynen garten unde noch eynen wyngarten, in deme ersten steet eyne schuͤne.
Luther, WA
49, 228, 14
(
1541
):
Das kreutlin aber [...] wechst nicht in Adams garten, sed in Christi.
Ettmüller, Heinr. v. Meißen
290, 8
(
md.
, Hss.
14.
/
15. Jh.
):
du hôchgelobte magt! | Wan dû bist gotes garte zwâr.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
1, 403, 16
(
mosfrk.
,
1482
):
wer bussen dem dorf ein garten mache, der sol auch den gen. junkern ein gartenhun geben.
Kollnig, Weist. Schriesh.
13, 28
(
rhfrk.
,
1538
):
Wo der gemelten baum einer in ein ungebaut gut, es sey garten, wiesen, fletz oder in einem andern stünde, soll der überfall zue gleichen teilen mit dem nebenbegüteten geteilet werden.
Froning, Alsf. Passionssp.
5098
(
ohess.
,
1501 ff.
):
ßo enkommestu nummer yn Abrahams garten.
Hübner, Buch Daniel
7452
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Die richter unversunnen | Sahen sie tegelichen | Dort in dem garten strichen.
Hertel, UB Magdeb.
3, 712, 20
(
omd.
,
1503
):
Dorzw sal ein iglich seinen garten mit zceunen und graben bewircken, das seinen nachpawer kein schade geschege.
Quint, Eckharts Pred.
2, 474, 3
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
do asß meyn vatter vnnd meyn muͦter fleisch vnnd brott vnd kraut, das in dem garten wuͦchß.
Küther, UB Frauensee
171, 29
(
thür.
,
1379
):
vurschribin di vorgenantin gulde uff unserme garten gelegin zu Salczungen.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
6, 5
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
umme di stat legin gartin, di do edile vrucht brengin.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
251, 14
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Richtet die garten wieder an, vorzeumet dieselben und bessert die befriedigung.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
92, 6
(
schles.
,
1398
):
Jren garten, gelegen off dem swideniczen angir by kyczoldis garten.
v. Ingen, Zesen. Ged.
386, 3
(
Breslau
1641
):
daß wir uns von der Kutschen begeben moͤchten / in den Garten zu spazieren.
Chron. Nürnb.
2, 273, 17
(
nobd.
,
1449
/
50
):
derselbig gart het ein zaun uncz auf den weg.
Köbler, Ref. Nürnberg
409, 17
(
Nürnb.
1484
):
Wer aber gen einem hof oder garten pawen will, der ist nit verpflicht kelertief zefarn.
Mayer, Folz. Meisterl.
74, 61
(
nobd.
,
1517
/
8
):
Peschlosner gart [Maria] der hochsten wün | Und wol verpetschaffter jünckprün, | Ein plickerin gotlicher sün.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 305, 24
(
nobd.
,
um 1428
):
Hat ein morgen ackers mit dem garten.
Wickram
4, 17, 25
(
Straßb.
1556
):
Es haben doch gemeinlich / all unser nachbauren schoͤne und lustige gaͤrten / darinn sie vilmalen spatzieren gohn.
Morrall, Mandev. Reiseb.
34, 16
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
vor der stat ze Cayr da ist der gart da der balsam inne wachsset.
Dreckmann, H. Mair. Troja
14, 16
(
oschwäb.
,
1393
):
ez warend auch in der stat vil schöner lustiger gärten, dar uss fluzzend vil guter brunnen.
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel,
176
(
schwäb.
,
1455
):
Du [Maria] wolbeschlossner gart | mit unverserter bluomen, | Verklär minr zungen guomen.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
1, 414, 5
(
schwäb.
,
1578
):
soll kainer weder äcker noch wisen einzeinen oder zu gärten machen ane erlaubt baider herrschaften.
Päpke, Marienl. Wernher
254
(
halem.
,
v. 1382
):
Eines tages gieng sy [Anna] an ir gebett | In ain garten.
Welti, Stadtr. Bern
135, 18
(
halem.
,
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
waz der liden sol, der in des andern garten oder reben gat ane sinen willen.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
4427
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Du [Maria] bist der gart beschlossen und verrigelt, | Der luter rain brunn wol versigelt.
Koller, Ref. Siegmunds
69, 15
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
man muͦß das swert bruchen, sol man unkrut vertriben us dem garten.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
10, 4
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Maria, keusche muter zart, | wie lustlich was dein raine art | dem höchsten got, der sich verspart | zu dir, du wol versloßner gart.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
387, 13
(
oobd.
,
1349
/
50
):
ich waiz daz wol, daz ez [basilig] die maister ziehent in irn gärtleinn.
UB ob der Enns
10, 227, 8
(
moobd.
,
1383
):
Auch schaff ich meiner frawn der Gugellinn mein stadel vnd gärtel mit sampt dem haws dabei.
Staub, Qu. Wien
3, 2, 2824
(
moobd.
,
1417
):
Kathrey Christans des smyds witib hat gevangen nucz und gewer des hauss und garten.
Mell u. a., Steir. Taid.
76, 36
(
m/soobd.
,
1624
):
so nuzt er in der hofmarch ain kleines gärtl.
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
330, 8
(
smähr. inseldt.
,
1414
):
Auch sind daselbs 4 jewch akcher bey den newn gärten.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
50
(
schles. inseldt.
,
1453
):
das her ir den gartin gancz vnd gar het beczalit.
Rechn. Kronstadt
3, 317
(
siebenb.
,
1554
):
das Man Im Gartten 1 czaŭn hadt gemacht.
Chron. Augsb.
5, 176, 17
;
6, 31, 27
;
32, 6
;
33, 3
;
7, 423, 17
;
8, 456, 22
;
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 21, 34
;
99, 13
;
106, 11
;
118, 9
;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 21, 43
;
31, 9
;
41, 18
;
199, 11
;
348, 3
;
433, 20
;
441, 6
;
503, 41
;
531, 22
;
607, 38
;
Rieder, St. Georg. Pred.
46, 32
;
158, 12
;
269, 9
;
272, 6
;
293, 21
;
Schmitt, Ordo rerum
33, 2
;
Voc. inc. teut. h iijr;
Dasypodius
94r
;
328v
;
Schöpper
73a
;
Serranus
76r
;
Maaler
157r
;
Hulsius F ijv;
Henisch
1359
 f.;
Harsdoerffer. Trichter
3, 214, 17
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 30
;
Dietz, Wb. Luther
2, 11
;
Pfälz. Wb.
3, 46
;
Martin/Lienhart
1, 233
;
Bad. Wb.
2, 295
;
Schwäb. Wb.
3, 72
;
Schweiz. Id.
2, 432
;
Vorarlb. Wb.
1, 1062
.