paradies,
paradeis
(letzteres nur im Diphthongierungsraum und in der Diphthongierungszeit, und zwar neben den durch das Kirchenlatein gestützten Formen mit
-ie-
),
das
;
-es/
–.
– Zur Sache: LThK
8, 67
-72; Hwb. dt. Abergl.
6, 1400
-1458; Rgg
5, 95
-98.
1.
›Paradies, Garten Eden der Schöpfungsgeschichte (Gen. 2 f.), damit Wohnsitz des ersten Menschenpaares und Ort des Sündenfalls‹.
Syntagmen:
das p. besehen / enteren / verlieren / feuchten
;
des p. hüten
;
jn. in das p. füren / setzen / senden, jn. im p. schaffen, im p. freiheit haben, sich / etw. im p. verschulden, im p. triegerei anfangen, jn. im p. betriegen, im p. fallen, etw. im p. verlieren, jn. aus dem p. schlagen / stossen / treiben, jn. von dem p. verstossen
;
bach / frucht / herre / holz / stat / weg des p., schlange / sünde im p., austreibung aus dem p.
;
irdisches p.
(mehrfach).
Wortbildungen:
paradiesconfect
(für den verbotenen Apfel gebraucht).

Belegblock:

Große, Schwabensp.
42a, 25
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
God gescof [...], zů iůngest den menschen. den satte her in daz paradis.
Fischer, Brun v. Schoneb.
5354
(
md.
, Hs.
um 1400
):
wizzet daz drierlei paradis is. | ein ist paradisus voluptatis, | in dem was Adam und Eva. | der andir paradisus heizet sa | paradisus exultationis, | in dem vurte daz is gewis | got den schecher dort mit im. | den dritten paradis du vornim: | der was der gebenediten maget lip | di got hiz muter und wip
[vgl. auch Position 2 und 4].
Froning, Alsf. Passionssp.
2969
(
ohess.
,
1501 ff.
):
alleyn des paradises frucht | vorboit en goit alleyn.
Strauch, Par. anime int.
119, 33
(
thür.
,
14. Jh.
):
himide cumen si zu der vrieheit uris geistis, di her Adam hatte in deme paradise.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
3, 18
(
thür.
,
1421
):
ynn dem paradis entsprangk eyn schoner grosser born, der gewan vier ussflosse an vier enden der werlde.
Ebd.
9, 5
:
Got hiess den engel Cherubin mit eyme furigen swerte des paradisses wegk vor on bewaren.
Anderson u. a., Flugschrr.
13, 12, 1
(
Leipzig
1522
):
Das dw / also weyß vnd clug bist / als die schlange / ym Paradiß.
Luther, WA
21, 242, 37
(
1544
):
erstlich hat der Luͤgengeist bald im Paradis solche suͤsse triegerey angefangen.
Sachs
1, 19, 2
(
Nürnb.
1559
):
Tragedia von schöpfung, fal und außtreibung Ade auß dem paradeyß.
Dietrich. Summaria
27r, 19
(
Nürnb.
1578
):
Denn Christus [...] gibt [...] vns wider/ was der Teufel im Paradeiß vns genommen hat.
Vetter, Pred. Taulers
304, 15
(
els.
,
1359
):
daz der edel túre schatz ist widergeben der so schedeliche waz verlorn in dem paradise mit den súnden.
Rieder, St. Georg. Pred.
110, 28
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
waͤrent wir bliben alz wir in dem paradyse wurdent geschaffen, so waͤrint aͤllú ding gemaine.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 49, 11
(
Straßb.
1466
):
der herre got fúr fůrt [...] das holtz des lebens in mitz des paradises [...] Vnd ein fluß ging auf von der stat der wolust zů feuchten daz paradeisse.
Dierauer, Chron. Zürich
8, 12
(
halem.
,
1415
/
20
):
an dem wasser Nilus, das da us deme parendis rúnnet.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
3340
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Adam och von hoffart | Vom paradÿs verstossen ward.
Barack, Teufels Netz
5966
(
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
In dem paradis da sich verschult | Adam der wiss und verlor gotz huld.
Rot
335
(
Augsb.
1571
):
Paradeis. Ein lustgarten / gepflantzter garten. Thiergarten / Baumgarten. Das ort da Adam vnnd Eua vnser erste Eltern gewont haben / vor dem fall.
Klein, Oswald
3, 26
(
oobd.
,
1431
/
2
):
Ain weib entert | das paradis, des Adam ward geschendet.
Bauer, Imitatio Haller
95, 28
(
tir.
,
1466
):
da wir verluren die vnschuldikchait durch die sünden in dem paradis, da verlos wir auch die war sellikchait.
A. à S. Clara. Deo Gratias
35, 16
(
Wien
1680
):
wie ihr die arge Schlang eingeschwaͤtzt / daß sie durch diß Paradis⸗Confect werde zu einer Goͤttin werden.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
14, 38
;
16, 11
;
28, 22
;
Fischer, a. a. O.
1814
;
3942
;
4198
;
Quint, Eckharts Pred.
2, 616, 4
;
618, 43
;
Chron. Köln
2, 8r, 22
;
8v, 35
;
Froning, a. a. O.
2975
;
Reu, Süddt. Kat.
1, 245, 3
;
Gerhard, Hist. alde e
242
;
Jostes, Eckhart
41, 40
;
v. Liliencron, a. a. O.
6, 19
;
7, 3
;
11
;
9, 3
;
10, 4
;
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. 3. Vorr.
5, 7
;
Jahr, H. v. Mügeln
1544
;
Stackmann u. a., Frauenlob
2, 15, 4
;
Fastnachtsp.
593, 16
;
1042, 24
;
Gille u. a., M. Beheim
3, 266
;
74, 24
;
76, 8
;
118, 140
;
124b, 1035
;
160, 11
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
30
;
Harsdoerffer. Trichter
3, 371, 4
;
Vetter, a. a. O.
120, 14
;
Kurrelmeyer, a. a. O.
8, 123, 13
;
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 2201
;
Lemmer, Brant. Narrensch.
12, 14
;
92, 105
;
Warnock, Pred. Paulis
1, 204
;
Päpke, Marienl. Wernher
9528
;
11717
;
Lindqvist, a. a. O.
2564
;
Bachmann, Haimonsk.
172, 20
;
Sudhoff, Paracelsus
14, 93, 3
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
17, 18
;
45, 24
;
64, 1
;
Schlosser, H. v. Sachsenh.
4318
;
Sappler, H. Kaufringer
25, 18
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
270, 25
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
14, 2
;
A. à S. Clara. a. a. O.
42, 25
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
56r, 4
;
Maaler
315v
;
Kiliaan K
5v
;
Trübner, Dt. Wb.
5, 55
.
2.
›Himmel, Aufenthaltsort der Seligen als das durch die Erlösungstat Christi wiedergewonnene (himmlische) Paradies‹; vereinzelt auch für nicht christliche Analoga des Paradieses gebraucht.
Gegensätze:
2
 1, .
Syntagmen:
das p. auftun / aufsparen / erwerben
;
im p. sein, in das p. kommen / faren / einfaren, sich im p. finden, jn. in das p. füren / setzen, aus dem p. auf erden länden, jn. aus dem p. hersenden
;
pforte / tür / rose / schein / lustbarkeit des p.
;
himlisches p.
(mehrfach).

Belegblock:

Dubizmay, kurß zu Teutze
17, 15
(
hess.
,
1463
):
von dir
[Maria]
wardt das paradeys auff gethan.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
10, 24
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Machametis e; in der vint man das man in dem paradyse vunde vil schoner vrowin unde vlisinder wazzer.
Ebd.
11, 7
:
ob ymant sturbe in siner gehorsam, der queme also vort in das paradys.
Luther, WA
17, 2, 151, 9
(
1525
):
Von dieser entzůckunge S. Pauli ynn den dritten hymel und das Paradis haben viel geschrieben und sich bekůmmert, was der erste, ander, dritte hymel und das Paradis sey.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
1, 323, 12
(
Straßb.
1466
):
sag ich dirs: heut wirstu mit mir sein in dem paradise.
Morrall, Mandev. Reiseb.
86, 7
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
daz die gůtten farent in daz paradys, und die boͤsen in die helle.
Rot
335
(
Augsb.
1571
):
Paradeis. [...]. Es ist auch das ort / dahin aller glaubigen menschen seelen werden genom̃en / den man sonst Abrahams garten nennt.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
16, 66
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
wann der leib alhie ersterbe, | das die sele dort erwerbe | des paradises klaren schein.
McClean, Havich
846
(
moobd.
, Hs.
15. Jh.
):
nü ist das paradis auf gespart. | das wil er in zelone geben | dy kristenleich fürent ir leben.
Weber, Füetrer. Poyt.
1, 4
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Wol dem, der darnach synnet, | das er zer wellt den preis | auf erden hie gewynnet, | nach dem erwirbet dortt das paradeis.
Ebd.
116, 4
:
aus dem paradeis | istt diser enngel klar auf erd gelenndet!
Roth, E. v. Wildenberg
47, 11
(
moobd.
,
v. 1493
):
und sassen in dicken stawͦden und dachten an die ewigen lusperkeit des himelischen paradeis.
Qu. Brassó
4, 237, 43
(
siebenb.
,
1653
):
das verleih die heilige Dreieinigkeit, dass wir uns in dem ewigen Paradeis [...] finden mögen.
Kehrein, Lieder
14
./15. Jh. 12, 4, 42;
Ders., Kath. Gesangb.
1, 164, 4
;
233, 7
;
2, 381, 3
;
3, 55, 2
;
Kopp, Volks- u. Gesellschaftsl.
9, 74
;
Froning, Alsf. Passionssp.
5789
;
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk.
23, 43
;
Feudel, Evangelistar
65, 6
;
Fastnachtsp.
594, 8
;
Bihlmeyer, Seuse
317, 27
;
Morrall, a. a. O.
15, 11
;
168, 7
;
Spechtler, a. a. O.
23, 102
;
36, 92
;
Leidinger, A. v. Regensb.
606, 8
;
Munz, Füetrer. Persibein
230, 5
;
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
47, 32
;
75, 36
;
125, 41
;
3.
dient in Ütr., Vergleichen, Bildern der Kennzeichnung religiöser oder religiös begründeter (z. B. sittlicher) Bezugsgegenstände; dabei bleiben inhaltliche Merkmale der Bedeutungen 1 und 2 unterschiedlich stark assoziierbar; bei Übersetzung der Quellentexte ins Nhd. wären außer wörtlicher Übernahme (also:
Paradies
) je nach Kontext Ausdrücke wie
Urquell, Quelle, Inbegriff, Zuflucht
zu verwenden.
Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
 6.
Syntagmen:
oft mit genitivus explicativus.
Wortbildungen:
paradeismensch.

Belegblock:

Fischer, Brun v. Schoneb.
3950
(
md.
, Hs.
um 1400
):
der ander paradises garte, | den Salomo lobete also zarte, | [...] | daz was der vater der son der geist.
Strauch, Par. anime int.
1, 1
(
thür.
,
14. Jh.
):
Dit buchelin heizit ein paradis der fornuftigin sele.
Neumann, Rothe. Keuschh.
1940
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
wanne di kuscheit ist ein geistlich lust | unnd ein paradis der wollust.
Luther, WA
17, 2, 20, 14
(
1525
):
in starcker zuversicht, das wir einen gnedigen Gott haben durch Christum, Da sind wir im Paradis.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
119, 21
(
Nürnb.
1548
):
die Kirche ist vnser Paradiß / vnser hymelreych / da wir Gott vnnd sein gnad reychlich finden.
Rieder, St. Georg. Pred.
251, 10,
Var. G (Hs. ˹
alem.
,
um 1300
˺):
wan sin gotlich angeschǒwide ist ain paradys.
Bihlmeyer, Seuse
222, 8
(
alem.
,
14. Jh.
):
so menge edle wurzgarte, der [...] waz ein himelsches paradis, in dem got lustlich waz ze wonene.
Ebd.
248, 15
:
Min wonunge ist in der reinen sele als in eime paradys aller wollust.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
1, 89
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Ein fruhtber ris daz kummet vs dem lebenden paradyse des ewigen rises, das ist das lieht der gnaden gottes.
Nyberg, Birgittenkl.
2, 297, 7
(
oobd.
,
um 1460
):
das sich das ewig wort Got des vatters aus dem abgruntlichen kosperlichen paradeis des veterlichen herczen da genaiget hat in das irdisch paradeis des rainen junckfreulichen leibs Maria.
Höver, Bonaventura. Itin.
2, 38
(
moobd.
,
1450
/
60
):
ob wir wider ein wellen gen zu nıͤssung der warhait sam jn ain paradeis, das wir durch glauben, hoffnung vnd lieb [...] Jhesu Cristi, der da ist ‘ain holcz des lebens mitten jm paradeis’, wider gerůchen ein gen.
A. à S. Clara. Glori
42, 31
(
Wien
1680
):
so ist ein Zeichen / daß er aus dem Paradeis war / ein Paradeis⸗Mensch / ein unschuldiger / ein H. Soldat.
Dubizmay, kurß zu Teutze
75, 15
.
4.
ütr., vor allem in der Anrede, für die Jungfrau Maria gebraucht; Spezialisierung zu 3.
Religiöse und didaktische Texte; überwiegend älteres und mittleres Frnhd.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
 7.
Wortbildungen:
paradiesen
(Adj.).

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
264, 9
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Ave, du bist ain baradeis nach rechter wunn, | ain gotes tabernakel.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 2206
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
die liebe můter gottes Maria die was ein lebendig paradyse. Sv́ vant die gnode, die Adam verlor.
Rieder, St. Georg. Pred.
159, 24
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
den tugentrichen weg gie si, dú userweltú, dú vor angenge erwelt waz zů aim paradýse. In dem paradýse warent drú ding, dú hart wol bezaichent sint bi der tugentrichen Marien, dú Gottes paradýs waz.
Ebd.
161, 11
:
Daz dritte daz in dem paradýs waz, daz waz fride. ze glicher wis waz dú paradisine Maria, dú wol haisset und ist ain lebendes paradýs. si waz alle zit mit fride.
Päpke, Marienl. Wernher
1026
(
halem.
,
v. 1382
):
Du frǒwe zart | So hocher art, | Von der Got wart | Der selben art; | Du Gottes edel paradys.
Ebd.
13695
:
Ach Gottes můter und maget | [...] | Du blůme, zitelose, | Du Gottes ainige paradys, | Der welte lob.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
4431
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Du bist das froͤdriche paradÿs, | Die wurtzel Ÿesse.
Stackmann u. a., Frauenlob
13, 59, 1
;
Rieder, a. a. O.
156, 6
;
158, 12
.
5.
dient in Ütr. und Vergleichen der Kennzeichnung profaner, wenn auch teilweise religiös überhöhter Bezugsgegenstände als idealer Orte oder sozialer Verhältnisse.
Phraseme:
jm. ist / jn. dünkt, er wäre im paradies
(o. ä.).
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
 136.

Belegblock:

Dubizmay, kurß zu Teutze
75, 15
(
hess.
,
1463
):
Deýne außgeinge sind eyn paradeis des gutten obses.
Henschel u. a., Heidin
1845
(
nobd.
,
um 1300
):
Wenne ich an dinem arme lak | [...] | So waz mir rehte wie | Wie ich were in dem paradise.
Pyritz, Minneburg
1328
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Da ist ein irdisches paradise; | Da bistu, Mynne, in zweyn eins.
Ebd.
3434
:
Ob ein muscat baum da under | [...] | Hete die sußen aromaten | Und dez paradises granaten | By uns legen uff dem pallas.
Voc. Teut.-Lat. y iijv (
Nürnb.
1482
):
Paradeyse oder wunnigliche stat.
Matthaei, Minner. I,
1, 652
(Hs. ˹
nalem.
,
1459
˺):
als wer es das irdisch paradiß, | so was es näch wunsch wol geschickt.
Thiele, Minner. II,
3, 29
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
dasselb mich nit so ser frewt | als uwer usserwelt angesicht. | kein besser frewd west ich nicht, | unnd wer ich in dem paradis.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
32, 24
(
Straßb.
1650
):
Also auch die Welt. [...] was schönes dings bilden wir uns von derselben ein? Nicht anderst, als ob sie ein lauteres Paradiß, ein Lustgarte voller Herrlichkeit vnd Edeles Wesen wäre.
Bachmann, Haimonsk.
157, 28
(
halem.
,
1530
):
do entpfieng er so grosse fröud, daz inn duocht, er were im Paradis.
Heidegger. Mythoscopia
50, 20
(
Zürich
1698
):
welches Volck, ein solches sauberes Paradeyß traumet / darinn dem / der den Alcoran tausendmahl durchlist eine Frau versprochen wird.
Wiessner, Wittenw. Ring.
3357
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
Aigen haus und aigen chind | Machend grosseu müe ze wind | Und klaineu fröd ze paradeis!
Brandstetter, Wigoleis
207, 41
(
Augsb.
1493
):
Auch ist hie an diser stat bißher meyn paradeiß gewesen.
Henisch
26
(
Augsb.
1616
):
Aegypten ist das fruchtbarste Land in der gantzen Welt / fast gleich dem Irrdischen Paradeiß.
Munz, Füetrer. Persibein
490, 4
(
moobd.
,
1478
/
84
):
ins paradeis in [Persibein] daucht hiet in pey nam das tier getragen!
Valli, Baldemann
86
;
Gille u. a., M. Beheim
71, 63
;
Wiessner, a. a. O.
4106
;
4672
;
Weber, Füetrer. Poyt.
323, 5
.
6.
ütr. für die geliebte Frau und die Minnedame gebraucht, Spezialisierung zu 5.
Verstexte des älteren und mittleren Frnhd.

Belegblock:

Ettmüller, Heinr. v. Meißen
144, 13
(
md.
, Hss.
14.
/
15. Jh.
):
Ach wip, du mannes paradis, | du bist ein iemer süeze spis.
Stackmann u. a., Frauenlob
3, 22, 4
(
moobd.
, Hs.
14. Jh.
):
Wip schribet sich mit drin buchstaben: | w wunne wil zu diute haben, | i irdisch in im hat begraben, | p paradis gesprochen.
Gille u. a., M. Beheim
338, 36
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
wan sy | ist mir ain sumer wunne, | mein agelwaid, mein sunne, | mein lust, mein paradeis.
Koppitz, Trojanerkr.
7415
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Alle nott waz im ain wind | Wen ir spillenden ougen | Begunde bliken togen. | Dü gesichtt waz sin paradis.
Wiessner, Wittenw. Ring.
1791
;
Schwäb. Wb.
1, 634
.
7.
›Vorhalle zu einer Kirche‹.

Belegblock:

Chron. Magdeb.
2, 199, 16
(
nrddt.
,
1521
):
und ist zwsampt Einem korthesanen, [...], gedachten prediger Irstlich im Paradisse im Thume angekommen und haben ym vil unnutzer worth gegeben.
Koeniger, Sendgerichte
247, 5
(
mosfrk.
, Wende
17. Jh.
):
soll der probst vor dem sind vorn in dem paradeis seinen schreiber sitzen han.