berinnen,
V., unr. abl.,
auch regelmäßige Formen, ausdrucks- und inhaltsseitige Vermischung mit
berennen
.
1.
›etw. ausströmen‹.

Belegblock:

Klein, Oswald
18, 068
(
oobd.
,
1431
/
2
):
vor ir mein leib hat mangen swaiss berunnen.
2.
›jn. / etw. überströmen, überfließen‹.
Wortbildungen:
berinte
›Wachsverriegelung (einer Urkunde)‹.

Belegblock:

Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
77, 29
(
nobd.
,
1411
):
daz [...] in unsern henden gehabt einen guten, besigelten, berinntin brif mit des erbern vesten knehts Wilhelms [...] anhangenden insigel.
Ebd.
82, 6
(
1412
):
der [brif] do [...] unversert was an schrift, am berinnt unde am insigel.
Bihlmeyer, Seuse
316, 32
(
alem.
,
14. Jh.
):
Din lip waz von dem hitzigem blůte an menger stat berunnen.
Koppitz, Trojanerkr.
12, 54
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
ersach die gütte | Berunnen do mit blütte | Ir lı̄bes kind.
Klein, Oswald
102, 68
(
oobd.
,
1431
/
2
):
bis das ain aichin wasser gross | von Ungern mich beran.
Adrian, Saelden Hort
9817
;
Rieder, St. Georg. Pred.
257, 20
.
3.
›etw. zum Gerinnen bringen‹.
Bedeutungsverwandte:
(s. v.  6); vgl. .

Belegblock:

Henisch
293
(
Augsb.
1616
):
Berinnen / gestehn machen / das ein ding zusamen wallet.
4.
phras.
den stul berinnen
›den kaiserlichen Stuhl anläßlich der Belehnung in pseudomilitärischem Ritus anreiten‹.

Belegblock:

Chron. Augsb.
4, 300, 28
(
schwäb.
,
v. 1536
):
ist der kaiserlich stůl durch der hertzog von Pomern raisigen zeug das erst mall berindt worden.
5.
›etw. (z. B. ein Schloß) bestürmen‹.

Belegblock:

Froning, Alsf. Passionssp.
1088
(
ohess.
,
1501ff.
):
die reyß wel ich uns heben an, | ich wel uns wol das felt berynnen.
Thiele, Chron. Stolle
271, 31
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
unnd liss dy sloss alle berynne als balde.