ausleiten,
V.
1.
›jn./etw. von einem Ort wegführen, jn. hinausgeleiten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1,  3.

Belegblock:

Buch Weinsb.
2, 81, 21
(
rib.
,
1556
):
hat man Laurens und Mattheis Vorsbach [...] an das hoegericht sullen lieberen und im ausleiten ist sulch gedrenge [...] gewest, das die zwein Vorsbach den richterboden uis den henden quamen.
Vetter, Pred. Taulers
111, 25
(
els.
,
14. Jh.
):
der heischet und leit sú [schaf] nemmelichen us.
Matthaei, Minner. I,
10, 1108
(Hs. ˹
wobd.
,
15. Jh.
˺):
die frauw vom Lack uß leytt | den düern hern Lanselott.
Schwäb. Wb.
1, 472
.
2.
›(Wasser) ableiten, umleiten‹; mit Verschiebung der Bezugsgröße: ›(ein Wehr) ablassen‹.
Obd.; Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
 18,
1
 3;  9; vgl.  4,  14 (zur 2. Variante).

Belegblock:

Winter, Nöst. Weist.
1, 377, 23
(
moobd.
,
1412
):
wer die gemainen wur auslait ân der gemain willen, der ist verfallen 72 ℔.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
70, 19
(
m/soobd.
,
1537
):
Ob ainer [...] di gräben nit ausraumet oder das wasser nach altem herkömen nit auslaitet und keret.
Ebd.
137, 41
(
1547
):
welcher den pach ober oder unter des markts in der gmain wurd abschlagen und anderstwoh außlaiten tett.
Winter, a. a. O.
4, 16, 1
;
Schwäb. Wb.
1, 486
.
3.
in einigen Belegen ütr. verwendet: ›aus etw. hervorgehen, entspringen‹; ›jn. in einen neuen Zustand überführen‹; ›etw. hervorbringen, gestalten‹; ›etw. vollbringen, zu Ende führen‹.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
2522
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Daz ouch daz vleisch vorwerdet, | Daz in der erden erdet | Unde also lange beitet | Biz der sun iz uz leitet.
Thiele, Minner. II,
32, 773
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
van dem borne was uys geleit | al czucht, al doicht, al edilheit.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
71, 13
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
sint etlichü [menschen] in der maht, die niemer uzgeleitet werdent in die getat.
Ebd.
314, 12
:
die ordenunge zeiget die minne dez uzleitenden, von der daz er die werke zuo guot ordent.
Helm, a. a. O.
10194
.