niet(e),
Genus und genaue Form unklar;
–/-e
.
›Nagel mit breit geschlagenem Kopf zur festen Verbindung von Werkstücken‹; extensional auch auf ähnliche Gegenstände bezogen; vereinzelt mit Genitiv, der als explicativus gelesen werden kann, z. B.
der gotheit niet
›Einheit Gottes‹,
der nägel niet, des helmes niet
; vereinzelt ütr., dann z. B. auch ›Ende‹.
Teils gebundene Texte.
Phraseme:
was niet und nagel hebt / begreift / berürt
(o.ä.) ›was befestigt ist (und damit zur Immobilie gehört)‹;
kein end noch niet haben
›kein Ende nehmen, nicht aufhören‹.
Bedeutungsverwandte:
 1.
Wortbildungen:
niethammer
,
nietman
(im Beleg auf
hufschmied
bezogen),
nietneu
›ganz neu‹ (wohl Analogiebildung zu mhd.
nagelniuwe
›nagelneu‹; ütr.).

Belegblock:

Ziesemer, Marienb. Ämterb.
143, 19
(
preuß.
,
1393
):
diz nachgeschreben gerete: [...] 2 nyttehemer und 3 oderhemer.
Skála, Egerer Urgichtenb.
203, 6
(
nwböhm.
,
1577
):
6. schrott fleiß gestoln, hetten es durch ein niedt
[hier wohl: ›Haken‹]
heraus bracht.
Fischer, Folz. Reimp.
40, 256
(
Nürnb.
1488
):
Nun peit, es hat kein end noch niet. | Freü dich, der zins get auch doher.
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich (Hs.
A. 15. Jh.
):
er zertrante vil der ringe unde loste der nagel niet.
Barack, Teufels Netz (
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Och machend si die nietman, | Baidi hindan und och fornan, | Kurst und sind schier verblichen.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
1928
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Wan sich durch sines libes tod | Die sel sich von dem libe schied. | Edoch der waren gott hait nied | Bÿ baiden tailen staͤt belaib.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Von dem fürsten unverholn | Ward dem rissen ain schlag verstoln | Uff des helmes niette.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu. (
schwäb.
,
1558
):
waß nid und nagel hebt, bleibt beim gutt.
Klein, Oswald
85, 15
(
oobd.
,
1423
):
das mangem ward gezogen ain spann lange niet
[hier: ›Pfeilspitze‹]
| von ainem pfeil.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch. (
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Ez habent die herren, [...], an mich gesuͦchet, daz ich in hulf daz von ew ze wenden an ainen nitnewn herren.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
145, 6
(
moobd.
,
1473
/
8
):
das der negel niete | in schirben weis auf in dy höhe dreten.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
454, 18
;
582, 11
;