morche,
die
;
–/-n
;
Schreibungen teils mit denjenigen von
möre
identisch, meist aber unterschieden;
zum (möglichen) etymologischen Zusammenhang mit
möre
vgl. z. B.
Pfeifer
2000, 889
.
ein aus den Belegen nicht näher identifizierbarer Pilz, Schwamm, wohl auch eine dem Schwamm verglichene Pflanze; Unterscheidung von ›Möhre‹ nicht in allen Kontexten möglich.
Bedeutungsverwandte:
, , , .
Syntagmen:
morchen gewinnen / tragen / erwellen / bachen / machen / zubereiten / essen, jm. morchen schicken
;
an den morchen mangel haben
;
der korb mit morchen
.
Wortbildungen:
morchenmus
,
morchensbier
›Hopfenbier‹.

Belegblock:

Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 79, 2
(
rib.
,
1456
):
[der bruwer] gebeiden hait, in des
[
keute zo bruwen
; vgl.
keute
]
zo overheven ind morgijnsbier laissen zo bruwen.
Hajek, Guͦte spise
32
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
damit mac man machen gebratene huͤnner, morchen oder swemme.
Ebd.
79
:
Ein muͦs. Der woͤlle machen ein morchen muͦs, der nem morchen vnd erwelle daz vz einem brunnen. [...] tuͦ ez denne in ein dicke mandel milich. [...] vnd die morche dor inne erwellet.
Voc. Teut.-Lat.
p ijv
(
Nürnb.
1482
):
Hundesplum. od’ kritzelmor. od’ morchen. od’ paternak.
Sachs
21, 434, 4
(
Nürnb.
1548
):
Das alte weib war liste vol, | Pracht auf ein tag zvsamen wol | Wüerst, hirs, krebs, hering, erbeis, speck, | Morchen, rüben und kudel-fleck.
Maaler
293v
(
Zürich
1561
):
Morchlen / Ein gattung schwümmen so man isset, Tuber.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
327, 20
(
Genf
1636
):
morchenschuͤssel [...] Patina fungis apta.
Barack, Zim. Chron.
4, 52, 19
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Ohne geferdt ersicht er ein arme frawen ein korb mit frischen morochen daher tragen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
401, 27
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Fungi haizent swammen. die sint mangerlai, aber die pesten [...] haizent ze latein morachi und haizent ze däutsch maurochen oder in anderr däutsch morhen.
Schmitt, Fachprosa
57, 34
;
58, 8
;
Sachs
21, 433, 26
;
Barack, a. a. O.
2, 523, 20
;
Schmitt, Ordo rerum
387, 4
;