grundrur,
die
.
– Wortsippe gehäuft wobd./oobd.
1.
›das Stranden bzw. Aufgrundlaufen von Schiffen und anderen Gütern; Schiffbruch‹; ütr. auch auf Personen bezogen;
vgl.  14.
Phraseme:
eine grundrur nemen
.
Wortbildungen:
grundrüren
1 ›stranden‹ (a. 16. Jh.),
grundrürig
›schiffbrüchig‹.

Belegblock:

Aubin, Weist. Hülchrath
290, 33
(
rib.
,
1613
):
so ein floß queme under waßers gedrieben grundrorig, weist man ganz und in all auf das haus Hulckradt.
Bernoulli, Basler Chron.
6, 199, 19
(
alem.
,
1530
):
ward der Birsych zuͦ Basel unversechenlich also grossz, das am Kornmarckt und Fischmarckt ein geladen schiff onne alle hinderung und grundtruͦr wol faren mocht.
Lemmer, Brant. Narrensch.
99, 198
(
Basel
1494
):
So nymbt die Galee eyn gruntruͦr / | Wer oren hab / der merck vnd hoͤr / | Das schifflin schwancket vff dem mer.
Ebd.
109, 20
:
Eyn narr verstat sich nit vff fuͦr | Dar vmb er offt nymbt eyn grunt ruͦr.
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
157
.
2.
›gestrandetes Gut (z. B. Schiffe, Teile von Schiffsladungen, Waren u. ä.)‹; metonymisch dazu: ›Strandrecht, Recht des Grundbesitzers auf all dasjenige, das auf seinen Grund getrieben wird, d. h. Recht an dem auf seinem Boden gestrandeten Gut (Schiff, Schiffsteile u. ä.)‹; in abgemilderter Form: ›Recht auf einen Anteil davon oder eine entsprechende Loskaufsumme, den Bergelohn‹, auch bezogen auf Pannengut, das bei Unfällen auf der Landstraße auf den Boden fiel;
vgl.  14.
Zur Sache: Hrg
2, 1856
.
Bedeutungsverwandte
(zur Metonymie): vgl.  3.
Syntagmen:
(jm.) g. geben / nemen / verkaufen; die g.
(Subj.)
ab sein, des herren sein, jm. verfallen sein; jm. mit g. gebresten tun, etw. für eine g. an sich ziehen; die ansuche der g.; die ansprache an die g
.
Wortbildungen:
grundrürung
(a. 1492).

Belegblock:

Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
355, 40
(
halem.
,
1413
):
mengerley gebresten, so der [...] marcgraf von Baden, den kouflúten tuͦ uff des Rines stroͤmen, es si mit zoͤllnen, geleit, gruntruͦr.
Chron. Augsb.
5, 222, 20
(
schwäb.
,
1523
/
7
):
Grundtruͦr zuͦ wasser und landt sollent ab sein.
Bastian u. a., Regensb. UB
278, 3
(
oobd.
,
1365
):
daz auch niemand dhain ir gut von gruntrur wegen nemme noch aufhalt.
Ebd.
426, 14
(
1375
):
wellen wir auch dhainerlay gruͦntruͦr auf dem wazzer nicht nemen.
Müller, Handel Paumgartner
200, 29
(
tir.
,
1497
):
daß die flöß, darauf egemelt gesellschaft durch ir factor [...] das kupfer fiern lassen, durch furleute unfliß oder verwarlosung anstoßen und dem nach schaden emphahen, daz sy alsdann um gruntrurn und verfallung des kupfers [...] angedingt werden, [...] bestimmen [wir], daz die gesellschaft ir kupfer durch unser land Tirol auf wasser oder land füren, frei und unverhindert solcher ansuch der gruntrurn.
Bastian u. a., a. a. O.
491, 28
;
Stolz, Zollwesen
320, 16
;
Rwb
4, 1211
;
Schweiz. Id.
6, 1247
;
Schwäb. Wb.
3, 879
.
3.
›Schaden durch einen Erdrutsch‹;
vgl.  1.

Belegblock:

Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 231, 23
(
moobd.
,
1386
):
daz sich der oftgenant krawtaecker oder angers ain gewalttigwͤ herschaft vnderwund oder daz gruntruͦ daran beschaech, so ist vͤnser entwederr tayl dem andern von der krawtaecker oder angers wegen nichtz mer schuldig.
Ebd.
251, 10
(
1391
):
daz ain gewalttigs wazzer sich erhuͦb vnd aufstuͦnd vnd daz gantzwͤ gruntrwͤ oder ain tayl an vͤnserr oftgenanten muͤl beschaech.
4.
›Bodensatz‹;
vgl.  5.

Belegblock:

Schweiz. Id.
6, 1248
(a. 
1554
).