deutsch,
deutsche,
das
;
meist flektiert, dann z. B.
des deutsches, im deutschen
, oft aber auch unflektiert; das Genus wechselt vor dem elidierten fem.
Subst.
sprache
mit
die
.
›Deutsch als Einzelsprache sowie als Gesamtsprache‹, in letzterer Nuance einschließlich der ihm als Dialekt zugeordneten regionalen Varianten sowie seiner funktionalen Ausprägungen. Im Allgemeinen wird
deutsch
als Ausdruckssystem vorausgesetzt; in 1 Beleg ist eine semantische Eigenheit gemeint. Die Bewertungen von
deutsch
schwanken je nach Tradition und Zweck des Textes zwischen positivem bzw. positiv überhöhtem
arm
(Adj.),
fein, löblich
6,
schlecht
›schlicht‹,
ungefränset, ungeschmükt
›schlicht‹ und kritisch davon abgesetztem
(küchen)latein
.

Belegblock:

Luther, WA
1, 378, 18
(
1512
/
18
):
Das sag ich darumb, das ich vorwarnet haben will eynen iglichen, der diß buchleyn lißt, das er seynen schaden nit vorwircke und sich ergere yn dem schlechten deutsch adder ungefrenßeten ungekrentzten worten, dann diß edle Buchleyn, alß arm und ungesmuckt es ist yn worten und menschlicher weißheit.
Ebd.
11, 356, 19
(
1523
):
myr ist leyd, das ich solchem Breve ßo gutt deutsch hab muͤssen geben, Denn solch elendt barmhertzig kuchen latin wol werdt were eyns geringen deutschs. [...]. Es ist schande, das man solch latin auch tzu den deutschen chreybt und solch toͤlpisch außlegen der schrifft vernunfftigen leutten thar furgeben. Es ist alles recht und feyn Papistisch und Muͤnchisch und Lovonisch.
Ebd.
30, 2, 634, 16
(
1529
/
30
):
da solt man sehen ein fein, schoͤn, loblich deutsch odder dolmetzschen, Denn wir haben ja gesehen den Sudler zu Dresen, der mein New Testament gemeistert hat [...], der bekennet, das mein deutsch susse und gut sey.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 715, 1
(
Köln
1608
):
Jn teutschen singen vns die Kindt, | Des abendts wann sie heim gehendt, | Wie gott vnser her geboren wardt.
Anderson u. a., Flugschrr.
1, 7, 35
(
Leipzig
1520
):
Derhalben gedenck ich noch auch in das teutzsch tzu bringen.
Ebd.
3, 3, 10
(
Wittenb.
1525
):
das ich viel zu wenig vnd vngelert dazu byn / der widder latein noch deutsch recht kan.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
60, 39
(
omd.
,
1487
):
Wÿe woll nachem deẃtzschen dauon zcu schreiben vor Júngkfraẃen nicht sere zcirlich laẃth.
Dienes, E. Gros. Witwenb.
54, 25
(
Nürnb.
,
1446
):
aber in unserm teutsch kunde ich das niht in der moß zu samene brengen.
Schorer, Sprachposaun
6, 10
(o. O.
1648
):
in dem [...] frembder Woͤrter sich gebrauchen / vnd mit dem Teutschen vermischen.
Vetter, Pred. Taulers
91, 22
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Dis meinet nút eigenliche wisheit in unserme tútsche, sunder es ist also vil also ,kúndekeit‘.
Roloff, Brant. Tsp.
228
(
Straßb.
1554
):
Das ist ein seltzman teütsch warlich | Wa Fürsichtigkeit siecht hinder sich.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
123, 10
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Bubalus haizt in ainem däutsch ain aurrint und in dem andern däutsch ain waltrint.
Ebd.
224, 13
:
daz strix oder ama der nahtvogel sei, der in etleicher däutsch wutsch haizt.
Ebd.
325, 23
:
der kranwitpaum haizt in meiner müeterleichen däutsch ain wechalter.
Pausch, Ital.-Dt. Sprachb.
257, 28
(
oobd.
1424
):
Ez ist ein hubz dinck deucz chunen in diser stat.
Buijssen, Dur. Rat.
4, 23
(
moobd.
,
1384
):
Ich wil auch mein teusch nicht reimen und wil ez doch besliezzen, so ich peste mag mit der chunste (slozzen), die da haizzent rethorica, und daz ich bei der schrifte worten beleibe und die selbe mazze behalte, di in latein geschriben ist, daz si deste minner verdriezze, di fürbaz werdent lesen daz teusche racional.
Ebd.
29
:
Darumb sol mich ewr lautterchait genedich versten, ob ich etwann an dem ersten secze ain wort oder ainen sinn, der in gemainem teusche an daz leste gehoret.
Ebd.
5, 1
:
pitt ich ewr gnad und aller anderr leute gedult, fuͤr dıͤ mein teutsch wirt komen, daz [...].
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
6, 32
(
tir.
,
1464
):
vnd han das pracht zu ainer schlëchten gemainen teücz, die man wol versten mag.
Piirainen, Stadtr. Sillein
129a, 29
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Wer nicht tevcz chan der antwurtet noch seyner zunge.
Opitz. Poeterey
19, 30
;
31, 11
;
Pfeiffer, a. a. O.
86, 5
;
Pausch, a. a. O.
257, 25
;
259, 15
 f.
Vgl. ferner s. v.
1
, .