buckel,
der
,
auch
die
;
–/-n
, auch
;
zu
mhd.
buckel
›halbrund erhabener Metallbeschlag in der Mitte eines Schildes‹
(Lexer
1, 367
), dies aus
afrz.
bo(u)cle
, das auf
lat.
buccula
, Deminutivum zu
lat.
bucca
›aufgeblasene Backe‹
zurückzuführen ist. (Georges
1
, 871f.; Pfeifer, Etym. Wb. d. Dt.
1993, 180
).
Im 15. Jh. Ausbildung der Bedeutungen 2 und 3.
1.
›(kleiner) halbrunder, erhabener Metallbeschlag (als Verzierung)‹.

Belegblock:

Wyss, Limb. Chron.
36, 2
(
mfrk.
, zu
1351
):
Auch furten si beingewant, das waren roren von leder gemachet als armeleder, von sarocken gestippet unde isern bockele vur den knien.
Lippert, UB Lübben
2, 282b, 8
(
osächs.
,
1564
):
2 latteynische psalteria mitt buckelnn, welche in eines erbarenn raths liberey geweßenn.
Zingerle, Inventare
193a, 23
(
tir.
,
1425
):
ain gürtel mit silbreynn puͤkelein vmb vnd vmb.
Ebd.
208a, 23
(
tir.
,
1488
):
aber ain rot samataner smaler zewg mit klain silbrin puckln vnd vergult.
Bauer, u. a., Kunstk. Rud.
1545
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein [...] vergult futral mit vier erhochten buggeln.
Piirainen, Stadtr. Sillein
111, 24
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
einen smalen schilt in der lenken hant do nicht wan leder vnd holcz inne sei an dy puklen alein.
Schmitt, Ordo rerum
357, 11
;
Voc. inc. teut. d
iiijv
; t
vijv
;
Maaler
80v
;
81r
;
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 65
;
Rosenqvist, Frz. Einfluß.
1932, 92
;
1943, 210
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 855
;
Crecelius
1, 218
;
Bad. Wb.
1, 359
;
Schwäb. Wb.
1, 1500
f.;
Schweiz. Id.
4, 1087
;
Öst. Wb.
3, 1285
f.
2.
von Menschen und Tieren ›Rücken‹; als Metonymie: ›Auswuchs des Rückens, Buckel, Höcker‹.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Luther, WA
47, 339, 22
(
1537
/
40
):
der buckel jucket ihn auff dem rucken, ehr suchte einen, der ihnen sollte krauen.
Mylius
C 2v
(
Görlitz
1577
):
Gibbus Der ein Hocker / Buckel hat.
Sachs
17, 208, 17
(
Nürnb.
1557
):
Thut sie der buckel wider jucken, | Mögen sie sich mehr an uns leynen.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 712, 48
(
Nürnb.
1631
):
Vnd wolts Camel sich vnterstehn, | Mit buggel hoch beladen, | Wo jhm ein schneyder durchzugehn, | Nicht trawt mit zartem faden.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
22, 2
(
Straßb.
1650
):
dann wol ein Italaner dürffte einem vnvermerckt einen Dolchen in den buckel stossen.
3.
›Beule, Geschwulst‹.
Bedeutungsverwandte:
 1.

Belegblock:

Turmair
1, 480, 21
(
Augsb.
1517
):
colaphis est totum caput ,voller peul, pückel‘.