bezicht,
beizicht
(letzteres vereinzelt),
die
,
auch
der
;
(für
die
),
-s
(für
der
)
/–
.
1.
›Anschuldigung, Beschuldigung, Bezichtigung; Verdächtigung‹.
Bedeutungsverwandte:
, ,  1, ,  4.
Syntagmen:
der b. ledig / unschuldig sein, sich des b. entschuldigen
;
von der b. behütet sein, ein ding um b. aufbieten, jn. um b. fragen, jm. in einer b. unrecht geschehen
;
die falsche / verdächtige b
.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
20262
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
noch den vorbirt dî bezicht | ern habe touge mitepflicht, | der offinbâre sunde sicht | und den gerůchit stuiren nicht.
Ebd.
26731
:
Iͤdoch weiz ich nicht | waz des widdirsatzis bizicht | ûf den kunic wêre.
Reissenberger, Väterb.
10285
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Im gab nach werltlicher art | Sin vater ein juncfrouwen gut, | [...] | Von allerhande biziht.
Ermisch, Freib. Stadtr.
44, 16
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
der ist ouch besezzen, daz he mac borgen einem iklichen man, dem man schult gibet umme volleist unde umme vride, umme schult unde umme allirleie eide unde bicicht.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
118, 10
(
osächs.
,
1523
/
4
):
man in hocher gedringen oder gepeinigen nit mag. Es were dan ander verdechtige bezichte darpei.
Hertel, Hall. Schöffenb.
2, 198, 32
(
omd.
, zu
1421
):
Herman Houpt ist komen vor gehegit ding vnde hat sich uffgeboten dry ding vmme byczicht, ab on ymant schuldigen wolde, her wolde sich des vorentwerten.
Chron. Augsb.
2, 308, 5
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
daß die von Augspurg unschuldig wären aller obgeschriben bezicht.
Ebd.
8, 180, 5
(zu
1562
):
daß er alher gen Augspurg ziechen und sich bei ainem e. rat [...] des falschen bezichts genugsamlich entschuldigen müge.
Rot
286
(
Augsb.
1571
):
Accusation, anklag / lesterung / bezicht.
Ebd.
319
:
Insimulation [...] beschuldigung / bezicht / Argwon.
Uhlirz, Qu. Wien
2, 3, 5186, 14
(
moobd.
,
1487
):
daz der Dorn, [...], umb solhe bezicht gefragt werd.
Chron. Augsb.
7, 289, 9
;
290, 24
;
Rwb
2, 303
.
2.
›Vergehen‹; Metonymie zu 1.

Belegblock:

Reissenberger, Väterb.
24338
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Sage an ob war si oder niht | Der zweier vrouwen biziht | Unde ir manige bosheit.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
785, 17
(
osächs.
,
1523
/
4
):
wan der kein antwort tun solle, wan er umb ein bezicht beschuldigt ist.
Ebd.
664, 5
:
Fridrich [...] hat geschuldigt unser closters man H. umb bezicht dreier clage.