3
bere,
3
ber,
die
, auch
das
(für
3
ber
);
–/
auch
ber
;
die Form
ber
kann sich aus
mhd.
die / das ber
() herleiten wie eine apokopierte Schreibung zu
bere
sein.
1.
›Beere, Beerenfrucht von Sträuchern oder Bäumen‹; vereinzelt eingeengt auf ›Weintraube‹.
Phraseme:
in die beren gehen
›Beeren sammeln‹.
Bedeutungsverwandte:
 1, .
Syntagmen:
beren tragen, die b. abklauben / ablesen
;
zweig mit der b
.;
hartlechte / rote / weisse / zeitige b
.

Belegblock:

˹Hierher?:
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Swelche alhie sich wollen | Zu Jhesu Cristo keren | Und siner lere beren!
[wohl: ›Früchte seiner Lehre‹].˺ Keil, Peter v. Ulm
233
(
nobd.
,
1453
/
4
):
Nym ein holtz, heist gicht-holtz, daz [...] hat per als die weinper-trauben, die sind schwartz vnd haissen gicht-per.
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
139, 21
(
nobd.
,
1470
):
an sate, grass, wein, getreyde, bere, obß, crautt, ruben.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
207v, 24
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
Fúr das lingender nim die ber, die an dem / spinlenbǒm werdent.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
und ein ander mensche uff der dúrren heide under einem ruhen rekolter sesse und die ber abe lese.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
snitten ab ein zweig mit seiner bere.
Maaler (
Zürich
1561
):
Beere (die) Allerley kleine frucht der boͤumen.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Beer / die an den baͤumen vnd stauden nicht aneinander / sondern zerstrewt wachssen [...]. Die verdorbne beer von einem trauben abklauben.
Hoffmann, a. a. O.
68, 17
;
Stedtfeld, Roger-Glosse
364/5
;
Lemmer, Brant. Narrensch.
13, 63
;
Schib, H. Stockar
151, 29
;
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 50
;
Alberus
Rr iijv
;
Mylius
E 6r
;
Hulsius
B jv
;
Öst. Wb.
2, 1047
.
2.
›Fingerbeere, Bällchen des vordersten Fingergliedes‹.
Syntagmen:
wunde unz an das b. gehen
;
b. an den fingern
.

Belegblock:

Maaler (
Zürich
1561
):
Das beere an den Fingeren / oder die vorderisten finger.
Schwäb. Wb. (a. 
1323
);
Schweiz. Id. (a. 
1541
).
3.
›Kleinigkeit, Geringes‹; ansatzweise phrasematisiert in Ausdrücken wie
nicht (alsam) ein ber, um ein ber, ringer dan ein ber
.
Älteres und mittleres Frnhd.

Belegblock:

Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
[Ich] geb umb dich halt nit ein ber.
Jaksche, Gundacker (
oobd.
, Hs.
1. H. 14. Jh.
):
dem moht wir noh enchunden | geschaden an den stunden | als chlain als umb ain per.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Jch gleich den edlen ie de mer, | Daz in im nicht al sam ein per, | Daz swachet, læt peleiben.
Daz wag er ringer, denn ein per!
Munz, Füetrer. Persibein
507, 4
(
moobd.
,
1478
/
84
):
sein manhait hilfft nicht wertt in vmb ain per.
Weber, Füetrer. Poyt.
36, 7
.