anrufung,
anrüfung,
die
.
1.
›Anrufung von jm./etw.; flehentliche Bitte um etw.‹; oft im religiösen Sinne verwendet.
Bedeutungsverwandte:
 6.
Syntagmen:
a. gottes / des nothelfers, der mutter
(Marias),
a. des namen / sakramentes, der barmherzigkeit
;
got durch a. eren
;
rechte a.

Belegblock:

Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
13293
(
rhfrk.
,
um 1405
):
Zu latine ist sij Latria genant | Und zu dutsche Gods Dinst gewant. | Yre horn ist die anruffonge | Das ir Got zu helffe komme.
Ruh, Bonaventura
331, 21
(
oschwäb.
,
2. V. 15. Jh.
):
der ander ist anrüffung der barmhertzikait.
Buijssen, Dur. Rat.
25, 7
(
moobd.
,
1384
):
di anruͤffung dez nam gocz, die geschicht auf dem alter.
Turmair
4, 1018, 5
(
moobd.
,
1522
/
33
):
das si [...] si [...] zu dem alten glauben und êr und anrüefung der untödlichen götter und nothelfer [...] wider brächten.
Rosenthal. Bedencken
30, 8
;
Dietrich. Summaria
28r, 28
;
Morgan u. a., MHG. Transl. Summa
145, 5
;
Ruh, a. a. O.
332, 1
;
Eschenloher. Medicus
23, 6
;
Buijssen, Dur. Rat.
25, 7
;
321, 9
;
Maaler
25r
;
Voc. Teut.-Lat. b iiijr;
Schweiz. Id.
6, 700
;
Rwb
1, 706
.
2.
›Hinzuziehung, Beanspruchung von jm. (als Vertreter einer Instanz)/etw. (einer Instanz) zur Rechtssicherung, Appellation an jn./etw.‹;
zu  4.

Belegblock:

Dinklage, Frk. Bauernweist.
31, 26
(
nobd.
,
1522
):
welche [...] sich aber des zu thun unterstuͤnden, dieselbigen mit hilf eins butels oder anruͤffung der ambtsverwanten gefanglichen anzenemen.
Winter, Nöst. Weist.
2, 58, 21
;
4, 86, 17
;
Dietz, Wb. Luther
96
;
Rwb
1, 706
.