ackeram,
das
;
-s/-Ø
(+ Uml.).
Das Wort begegnet in mannigfachen Formen, z. B.
achrum, ackeret, ackericht, äcker
; vgl. dazu Schweiz. Id.
1, 70
-71, wo neben dem Wort noch mehrere Komposita angesetzt werden.
– Vorw. wobd.
1.
›Frucht von Eiche und Buche‹; vereinzelt auch allgemein: ›Ertrag von Waldbäumen schlechthin‹.
Zur wirtschaftlichen Bedeutung dieses Waldertrages für die Schweineweidung vgl. 2.
Bedeutungsverwandte:
 1.
Syntagmen:
a. erwachsen / werden im holz
;
atzung des a
.
Wortbildungen
(verdeutlichend):
äckereichel.

Belegblock:

Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 633, 19
(
schwäb.
,
1545
):
alles äcker alß aicheln, buecheln, biren, öpfell und was den kern tregt, soll fürderhin verboten sein.
Hauber, UB Heiligkr.
2, 416, 35
(
schwäb.
,
1515
):
uff welches jar aͤcker oder kaͤsz wirt.
Boos, UB Aarau
266, 17
(
halem.
,
1426
):
so da selbs eichlen und achrem stunden.
Merz, Urk. Lenzb.
54, 10
(
halem.
,
1470
):
wann eychlen vnd achram in dem holz [...] werden, so soͤllend die von Lenzburg mit iren schwinen in irem holz beliben.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
491, 6
(
halem.
,
1618
):
wegen gethaner atzung des acherumbs.
Kläui, Urk. Kaiserstuhl
329, 5
;
336, 19
;
Schmid, R. Cysat
6, 2
;
Alberus FF iijr;
Henisch
33
;
Bad. Wb.
1, 23
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
1, 73
;
Schwäb. Wb.
1, 99
f.;
Öst. Wb.
1, 73
;
Vorarlb. Wb.
1, 51
;
Rwb
1, 421
;
Zoepfl, Alterthümer.
1860, 154
.
2.
›Weidung von Schweinen in eichel- und bucheckernbesäten Wäldern‹; metonymisch oft ohne klare Abgrenzungsmöglichkeit auch: ›Recht auf Weidung von Schweinen in Eichen- und Buchenwäldern‹ und ›eichel- und bucheckernbesätes Waldstück zur Schweineweidung‹ sowie ›Jahr, das auf Grund seines Eichel- und Bucheckernertrages zur Waldweidung von Schweinen geeignet ist‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
a. niessen
;
schweine in das a. gehen
;
im a. ordnung halten
;
a. in den hölzern.

Belegblock:

Schwarz, Awürt. Lagerb.
2, 76, 26
(
schwäb.
,
1522
):
dem undervogt ettlich swein in das äcker gon lassen und ingeschlagen haben.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
129, 7
(
halem.
,
1409
):
weide und achram [...] ze niessenne.
Welti, Stadtr. Bern
578, 37
(
halem.
,
1438
):
achram von dem Gruͥssisperg. Item den hofstatzins in der statt.
V. Anshelm. Berner Chron.
4, 478, 9
(
halem.
,
n. 1529
):
si [...] in dem selben holz, gnemt im Bodlet, da dan ackrum, der schwinen huͤetet.
Kläui, Urk. Kaiserstuhl
287, 37
(
halem.
,
1594
):
[dürfen]
ire schwyn [...] an jedes ort gaan laßen, doch allein uff die braach und in die halmen, aber in den ackeret und in die höltzer gar nit.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
791, 5
(
halem.
,
1680
):
daß [...] umb die statt herumb im weidgang, holtzhauw und ackerumb so schlechte ordnung gehalten werde.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
1, 107,
Anm. 3;
3, 300, 11
;
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
1, 292, 8
;
2, 415, 21
;
Schwarz, a. a. O.
302, 28
;
Boos, UB Aarau
193, 10
;
Boner, Urk. Aarburg
159, 3
;
Kläui, a. a. O.
335, 6
;
Rennefahrt, a. a. O.
766, 9
.