ässig,
1
essig,
Adj.;
ersteres vor allem für 1 wesentlich häufiger belegt als letzteres;
zu
mhd.
æzec
(
Lexer
1, 108
) und
ëzzec
(ebd. 718).
– Wobd.
1.
›zum Essen bestimmt, zum Essen tauglich, eßbar‹; auch subst.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .
Syntagmen:
etw.
(z. B.
speise
)
ä. sein
;
ä. ding / gut / zeug, ä. frucht / speise / ware
;
etw. ässiges im aser gehalten.

Belegblock:

Welti, Stadtr. Bern
160, 29
(
halem.
,
1371
):
weler vngewonlich vͥnser fruͥnde also roͮbte an essigem guͦte.
Rennefahrt, Recht Laupen
60, 3
(
halem.
,
1497
):
das sy sust mit inen fuͤrent an hußrat, win oder anderm aͤsigen ding.
V. Anshelm. Berner Chron.
1, 150, 22
(
halem.
,
n. 1529
):
dass alle aͤssige ding, frucht, vich, molken, nit bi hus [...] soͤllen [...] verkouft werden.
Maaler
12v
(
Zürich
1561
):
Aessig / Was guͦt zessen ist. [...] Theüre der Aessigen speyß oder früchten. Caritas annonæ.
Rennefahrt, Statut. Saanen
238, 29
(
halem.
,
1623
):
victualien und alle äßige spysen, als anken, käsen und allerley der glychen molchen.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
903, 2
(
halem.
,
1628
):
allein fisch, wildpraͤt und ander derglychen aͤssige spysen.
Buck, U. v. Richent. Chron. Conz.
38, 31
;
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
29, 28
;
200, 32
;
V. Anshelm. Berner Chron.
2, 339, 20
;
Welti, a. a. O.
397, 9
;
424, 12
;
522, 30
;
Rennefahrt, a. a. O.
237, 20
;
Maaler
1r
;
313r
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
18
;
Bad. Wb.
1, 75
;
Schwäb. Wb.
1, 343
(a.
1412ff.
);
Schweiz. Id.
1, 500
.
2.
›schmackhaft, wohlschmeckend‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (Adj.).
Syntagmen:
sakrament ä. sein.

Belegblock:

Vetter, Pred. Taulers
280, 6
(
els.
, Hs.
1359
):
Wan der alle die edel spise hette die die welt hat, ane brot, si enwere nút essig noch lustlich.
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
18
(a.
1515
).
3.
›eßlustig, hungrig, Appetit habend‹.
Syntagmen:
so ä., als sich ziemt
;
den vogel ä. behalten
;
ä. leute.

Belegblock:

Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
18
(a.
1522
);
Schweiz. Id.
1, 500 (a.
1557
;
1688
).
4.
›sexuell erregt, begehrend, lüstern‹.

Belegblock:

Barack, Zim. Chron.
3, 324, 23
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
er ist sonst für sich selbs des orts nit essig gewest, dann es ist die guet fraw eins übergrossen leibs gewest.
Ebd.
4, 10, 23
:
der hette inen dise gugelfur wol gunnen megen, dann er für sein person in sollichem fahl nit essig.