leitgeben,
(seltener:)
leutgeben,
V.
1.
›(Wein) ausschenken‹; zu den mit dem Weinausschank verbundenen Rechtsregeln s. die Belege.
Oobd., östl. Inseldeutsch.
Wortbildungen
leitgeber
(a. 1342 f.; dazu bdv.: ; vgl. , ),
leitgeberei
(a. 1589),
leitgebin
›Wirtin‹ (2. H. 13. Jh.),
leitgebpfennig
›Abgabe des
leitgeben
für das Schankrecht‹ (a. 1376).

Belegblock:

Mell u. a., Steir. Taid.
48, 42
(
m/soobd.
,
n. 1590
):
sein alle kaufmanschaften, auch handwerch als fleischhacker, leitgeber und fragner wie auch aller fürkauf [...] auf dem land zue treiben [...] verpoten worden.
Ebd.
136, 27
(
17. Jh.
):
es ist von altersher der brauch gewesen, dass welcher unter der nachparschaft im banwein geleutgebt hat, dornach freiheit gehabt derselbig ein ganzen störtin aßleut geben.
Mollay, Ofner Stadtr.
210, 5
(
ung. inseldt.
,
1. H. 15. Jh.
):
Wÿ nÿmant gar Fremde weyn sol lein geben [...] von der fremder wein wegen, daß sÿe dÿ nicht sullen vorkaufen nach leid geben peÿ der nechsten puͤß.
Qu. Brassó
5, 133, 18
(
siebenb.
,
1550
):
wenn er [farrherr] will leutgeben, so soll er den Richter [...] darum anlangen.
Rechn. Kronstadt
3, 306, 35
(
siebenb.
,
1545
):
das man vor das gelt [...] wain sol kauffen vnd den Haǔs armen leǔten sol leütgeben.
Spechtler u. a., Frnhd. Rechtstexte
1, 186, 2
;
Winter, Nöst. Weist.
1, 4, 22
;
3, 123, 26
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
116, 3
;
Mollay, Ofner Stadtr.
211, 11, 4
;
Rwb
8, 1213
;
1214
/5.
Vgl. ferner s. v. .
2.
›(Vieh, Getreide) verkaufen‹.

Belegblock:

Rwb
8, 1214
(a. 
1623
;
1631
).