leitgebe,
(deutlich seltener volksetymologisch umgedeutetes:)
leutgebe,
der
;
–/-n
;
Bestimmungswort zu
mhd.
lît
›Obstwein‹
(; ), teilweise deformiert zu
lei-
o. ä.
›Schankwirt, Gastwirt‹; vielfach mit negativen Prädikationen gekennzeichnet.
Gehäuft oobd.; Rechts- und Wirtschaftstexte, chronikalische, didaktische Texte.
Bedeutungsverwandte:
, , , , ; mehrfach im Orientierungsfeld mit (
der
2,
1
(
der
),
2
, , .
Syntagmen:
den l. heimsuchen / köpfen; der l. wein ausschenken, pfand nemen, handel gehaben, den ban geben, dem richter etw. geben, jn. um ere / leib / gut bringen, das feld räumen, nicht rechte mas geben, trinkgelt haben wollen, (jm.) mer borgen, als [...]; bei dem l. eine verfügung beschehen, bei dem l. etw. vertrinken; zal der leitgeben
.
Wortbildungen:
leitgebenrecht
›Schankrecht‹.

Belegblock:

Helm, Maccabäer (
omd.
/
nrddt.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
mit alsulcher lere
[Bachuskult]
| wurden die Juden betwungen, | daz sie mit loufene rungen | zu den litgeben uber al, | trunken hie und da ane zal.
Auer, Stadtr. München (
moobd.
,
n. 1347
):
Alle leitgeben und preuen süllen dem richter ze dreyn chottemper in dem iar panpfenning geben.
Neu leitgeben suocht man gern haim.
Buijssen, Dur. Rat.
1, 26
(
moobd.
,
1384
):
Do ist auch offenwar daz grozze zal der leitgeben und der chrameͣr mit zwain tausent (leichten oder ringen) frawen daz veld da selbst habent gerawmet.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
E. 16. Jh.
):
Es sol auch kain leitegeb kain fruestuck nit geben an kainen suntag, unsrer frawen tag, zwellifpotten tag.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1354
):
man soll auch von dem phleger leutgebenrecht und alles kaufrecht gewinnen.
Seuffert u. a., Steir. Landtagsakten
1, 109, 7
(
m/soobd.
,
1445
):
darczu mag ain yeder gastgeb oder leytgeb [...] wein, traid, kæs, saltz und smaltz zu notdurft in sein haus kaufen.
Bischoff, Steir. Landr. (
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
Ain leytgeb oder ain gastgeb die mûgen alle phant wol genemen, die man dacz in verseczt.
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
235, 15
(
smähr. inseldt.
,
1414
):
das iderman sein handel mit chauffen vnd verchauffen wol gehaben mag, es sein leitgeben, pekchen, fleischaker.
Niewöhner, Teichner
403, 23
;
Wutzel, Rechtsqu. Eferding
6, 17
;
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
220, 20
;
245, 39
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. ;
Winter, a. a. O. ; ;
Rössler, Stadtr. Brünn ;
Voc. Teut.-Lat.
gg ijv
;