3
leichen,
V.,
als eigenes Lemma angesetzt aufgrund der Trennung im
Schweiz. Id.
3, 1013
;
zu
mhd.
geleich
›Gelenk‹
(
Lexer
1, 808
).
1.
›sich regen, rühren, bewegen; sich verhalten, sich benehmen‹.

Belegblock:

Bihlmeyer, Seuse
370, 9
(
alem.
,
14. Jh.
):
do begunden sich die boͤsen geiste leichen umb ire verlust.
Ebd.
458, 18
:
do begonden sich die tiefel leichen und sú ane vehten.
Ebd.
466, 12
:
wie er sich gegen dem suͤssen seitenspile halten und leichen und gebaren solte.
2.
›jn. berühren‹.

Belegblock:

Klein, Oswald
104, 50
(
oobd.
,
1429
):
Noli me tangere! laich mich nicht, Perzli, Üli!
3.
›mit jm. Umgang haben; sich mit jm. verbünden‹; assoziativ auch mit
2
leichen
verbindbar.
Phraseme:
mit jm. leichen
›mit jm. gemeinsame Sache machen, mit jm. unter einer Decke stecken‹.

Belegblock:

Franz u. a., Qu. hess. Ref. Bd.
2, 361, 4
(
hess.
,
1541
):
merken, wie mit schriften und worten di schlipferigen al [...] ob diesem handel mit einander laichen.
Sachs
23, 40, 12
(
Nürnb.
1554
):
Der götter, so mit im lang zeit | Gelaichet habn.
V. Anshelm. Berner Chron.
5, 296, 27
(
halem.
,
n. 1529
):
haben die Grindelwaͤlder als furnemste verfuͤerer iren predicanten ussgestossen und woͤllen mit den unghorsamen nachpuren leichen.
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
137, 31
(
schwäb.
,
v. 1542
):
Eß wasen ach etlich darunder, die mit den pauren gelaicht hetten.
Chron. Augsb.
6, 61, 4
(
schwäb.
, zu
1534
):
[sie]
haben die hendt uber ain rath wollen zwachen, wann sie haben mit den geistlichen gelaicht.
Barack, Zim. Chron.
4, 102, 35
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
als ob er hievor mit den Ungern, die oftermals das Deutschlandt hetten überzogen und übel beschediget, solte gelaicht und in eim zimlichen verstandt gewesen sein.
Bad. Wb.
3, 354
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
217
.