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geweichen,
V., unr. abl.;
zu
mhd.
(ge)wîchen
›ausweichen‹
(Lexer
1, 990
;
3, 817
).
›sich von einem Ort / einer Person wegbewegen‹; im einzelnen z. B.: ›sich verschieben (vom Fundament)‹; ›e. S. (z. B. einem Wagen) ausweichen‹; ›jm. entfliehen (auch einem
tier
)‹; ütr.: ›schwinden, geringer werden (z. B. von der
gütigkeit
)‹.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
6329
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
daz der vullemunt [der stat] | Unbewegelich wurde, | So daz die sware burde | Nimmer me gewiche vort.
Lemmer, Schernb. Frau Jutte
205
(
Eisleben
1565
):
Das sie [Jungfraw] von vns nicht kan geweichen / | Das sage ich dir sicherleichen.
Strauch, Par. anime int.
31, 7
(
thür.
,
14. Jh.
):
durch den himmil der [...] unzubrechlich ist und veste ist und nicht for gewichin mac alse di luft mime liebe.
Mayer, Folz. Meisterl.
35, 106
(
nobd.
,
v. 1496
):
Des gleich glaubt das die guttikeit | Von keinr persan
[der Dreieinigkeit]
numer geweich.
Dirr, Münchner Stadtr.
423, 26
(
moobd.
,
um 1365
):
Swer den weck vor seiner tuͤr oder vor seinem haus verruͤnet, daz die waegen an einander niht geweichen muͤgen, der verlewset ein fraevel gen der stat.
Klein, Oswald
6, 9
(
oobd.
,
um 1425
):
[ein tier] nahet schier | dem herzen mein in befündlichem getöte; | dem tier ich nicht geweichen mag.
Ebd.
88, 12
(
v. 1408
):
[ich] desgeleichen unvergessen ewikleich | ir nimmer mer geweich | in meines herzen teich.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
284, 25
(
smoobd.
,
1494
):
die, so dann
[bei
snee
]
[...] auf der höch des gepirgs albm habent [...], nicht her haimbertz geweichen möchten.
Piirainen, Stadtr. Sillein
95r, 9
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
DEz chvͤnigez straze sol seyn also preyt daz ein wagen dem andern geweychen muͤge.
Chron. Augsb.
2, 147, 3
;
Winter, Nöst. Weist.
1, 901, 34
.