deichsel,
die
;
-Ø/–
Zug- und Lenkvorrichtung am Wagen.
Zur Wortgeographie von ,Deichsel‘ in den rezenten Mundarten s.
Dwa
8, 1
; 8; 2
.
Syntagmen:
speiche und d
.
Wortbildungen:
deichselring
(a. 1376),
deichselzol
›Straßenzoll‹ (a. 1361).

Belegblock:

Jahr, H. v. Mügeln
1102
(
omd.
, Hs.
1463
):
ein wagen wart gar lobelich | bereit: da gab die Warheit dar | die dichsel, Kraft die achse zwar, | das erste rat Gerechtikeit.
Löffler, Columella/Österreicher (
schwäb.
,
1491
):
Dann durch die schmaicherien werden sy vil nach in dry tagen zaͮm und | nemen das joch an dem fierden tag, dem andern ast angebunden wiert, gezogen an ain statt der tyssel oder des pfluͦgs.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
um 1365
):
Si wellent auch, daz chain wagen saltz, daz die deichsel herchert, chaeff noch verarr underwegen von den wagenlaͤwten, die zwir in dem jar auf ir aygen aechs muͤgen varen fuͤr uͤntzher an dem margt.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 79, 16
;
Winter, Nöst. Weist. ;
Rechn. Kronstadt
2, 495, 4
;
Pausch, Ital.-Dt. Sprachb.
136, 9
;
168, 13
;
Mylius
F 2r
;
Dietz, Wb. Luther ;
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 77
;
78
;
Vgl. ferner s. v.  6.