butze,
buz,
der
;
-n/–
.
1.
›Larve, Maske, Popanz, Gespenst, Schreckgespenst‹; auch ütr.
Wortbildungen:
fasnachtbutze
,
bützerei
›Vermummung‹ (a. 1524).

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
332, 18
(
Lübeck
1639
):
daß sie eine Keyserliche oder Fuͤrstliche Larven auffsetzen [...] vnd die Leut / so der Putzen / wie die Kinder / nicht gewohnt / segnen.
Ebd.
835, 26
:
Er sicht jhm so gleich / alß were er jhm außm Geseß geschlupfft: Wie ein Putzen im Gerstenacler.
Kurz, Waldis. Esopus
4, 69, 61
(
Frankf.
1557
):
Vmb Faßnacht pflegen sich die Heiden | Dem Abgott Jano so zu kleiden, | Wenn sie mit Larven vnd mit Butzen | Wie Narren auff einander stutzen.
Luther, WA
47, 404, 1
(
1537
/
40
):
das die, so in Emptern und Beruffe sindt, und sonderlich im Predigtampt den schwartzen, hesslichen putzen im nacken haben.
Goedeke, Fischart Flöhaz
3298
(
Straßb.
1594
):
Aber ir flöh seid schuldig dran, | Das auch der butz muß unru han.
Behrend, Spangenb. Anbindbr.
131, 144
(
Straßb.
1611
):
Ich fürcht es steckt dahinder frei | Ein andrer Putz.
Barack, Zim. Chron.
4, 222, 12
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Die fassnacht gehet herein, | So dörft ir wol ains butzen.
Ebd.
4, 259, 20
:
dann den rechten butzen
(›wahren Grund‹)
liess er offenlich nit herauss.
V. Anshelm. Berner Chron.
1, 298, 11
(
halem.
,
n. 1529
):
Die schnöden kleider und butzen verboten.
Bächtold, H. Salat
194, 24
(
Luzern
1537
):
Wann man nun also mit jungem rat | Versehen, des ding uf eergit stat, | So volgt daruf gar ein schwerer butz.
Ukena, Luz. Sp. 
2354
(
halem.
,
1575
):
Da tracht man nitt vff gmeinen nutz / | Mir ist ich söll verstan den butz.
Goldammer, Paracelsus. B. d. Erk.
49, 12
(
obd.
, Hs.
n. 1570
):
was ist ain firment / allain der list der verfuerung / der recht butzi der vnns betreugt.
Dietz, Wb. Luther
1, 367
;
Crecelius
1, 231
;
Pfälz. Wb.
1, 1417
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
61
;
Bad. Wb.
1, 389
;
Schwäb. Wb.
1, 1569
f.;
Schweiz. Id.
4, 1409
.
2.
›Kerngehäuse, Fruchtknoten des Obstes‹.
Phraseme:
butzen und stiel nemen
›alles nehmen‹.

Belegblock:

Löffler, Columella/Österreicher
2, 323, 4
(
schwäb.
,
1491
):
Etlich truckend die bútzly der oͤpfel wie die sind wider in die bǒm, da mit die oͤpfel mit durch die regen geletzt werdent.
Barack, Zim. Chron.
2, 282, 32
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
das sie auch letzlich landt und leut muesten angreifen und der grossen schuldten halb butzen und still dem haus Österreich zu kaufen geben.
Schade, Sat. u. Pasqu.
63, 17
(
obd.
,
1521
):
si geben nit ein körnlin den armen lüten, butzen und stil nemen si dannen und lont dem armen schebigen pfaffen nicht, der si verweset.
Deinhardt, Ross Artzney
141
(
oobd.
,
1598
):
So nimb bier oder wein vnnd thue souil butzen dorein als ein halbe welsche nuß groß vnnd machs warm.
Bremer, Voc. opt.
1, 231
;
3.
›Schleim in der Nase, Rotz‹.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Luther, WA
47, 753, 23
(
1539
):
wirst ein schendlichen putzen in naso.
Hulsius C ijr (
Nürnb.
1596
):
Butze der nasen.
Maaler
83v
(
Zürich
1561
):
Butz, (der) rotz.
4.
›Docht einer Kerze‹.

Belegblock:

Dedekind/Scheidt. Grob.
603, 142, 7
(
Worms
1551
):
Acht nit ob es schon finster brint / | Noch ob der butz zu lang moͤcht sein / | daß von dem liecht nit geb vil schein / | So brich der kertzen nim̄er ab / | Biß mans zwey drey mal gheissen hab.
Voc. inc. teut. t viijv.