roz,
der
.
›Schleim; Nasensekret; Rotz‹.
Phraseme:
roz und wasser weinen
.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):  3,  1, , (
der
1, , , , ,  1, , ,  4; vgl.  3.
Syntagmen:
j. r. an den ärmel streichen, aus der nase ziehen, in der nase leiden, jm. r. anschmieren, unter das antliz speien
;
der r
. (Subj.)
des leibs natur sein, von jm. brechen
;
j. mit r. um sich werfen, etw. mit r. beschmieren, jn. mit r. füttern, etw
. (Subj.)
vol r. sein
;
der r. auf dem ärmel
;
der giftige r
.
Wortbildungen:
˹
rotzegen
,
rotzen
˺ ›Nasensekret absondern; rotzen‹, ˹
rozaffe
,
rozleffel
˺ Schimpfwörter im Sinne von ›dreister, vorlauter Schnösel‹,
rozkrankheit
,
roztuch
.

Belegblock:

Luther, WA (
1529
/
32
):
Ja sie sind gelieder der kirchen gleich wie, speichel, rotz, eyter, schweis, mist, harm, stanck, grind blattern druse frantzosen vnd alle seuche des leibes gelieder sind.
Ebd. (
1531
):
das ihn [Bapst] nu Schmidt, Witzel und Rotzleffel loben, da gibt ehr ihnen Prebenden und Thumereien fhur.
Ebd. (
1532
):
Si vis bruder unlust sein, schilt dich, quod habes nasum, per quem egreditur rotz und unflat.
Dedekind/Scheidt. Grob.
99, 4
(
Worms
1551
):
Du findst noch vil der selben Fritzen | Den allzeit jre ermel glitzen / | Mit schnoder gringßrumb wol geziert / | Die backen auch mit rotz beschmiert.
Eis, Albrants Roßarzneib.
113, 17
(
schles.
,
2. H. 14. Jh.
):
wenne ym dy naseloͤcher nymme rynnen unde nymme roczegyn, so ist ys gesunt.
Euling, Kl. mhd. Erz. (
nobd.
,
E. 15. Jh.
):
wie die kind geyffern und roczen, | desgleich dÿ alten aüßwerffen und sproczen.
Dienes, E. Gros. Witwenb.
56, 2
(
nürnb.
,
1446
):
die vnglaubigen pösen speygen ym vntter seyn antlitz giftigen rotz.
Voc. Teut.-Lat.
bb ijr
(
Nürnb.
1482
):
Rotztuch. nasitergium.
Sachs (
Nürnb.
1557
):
Die bewrin thun rotz und wasser weinen.
Sudhoff, Paracelsus (
1527
):
der nasroz, nimbt sich aus der digestion des hirns. und was in der selbigen geschiden wird, das gêt durch die nasen. aus dem folget nun ein rozkrankheit.
Bächtold, N. Manuel. Abl.
118, 184
(
halem.
,
1525
):
Nun schwig, du schantlicher valscher pfaff! | Trischenmul! du schwininer rotzaff!
Ebd. Eck
211, 12
(
Zürich
um 1526
):
Secht, also streich Egg sinen rotz | an ermel wie die kinder!
Maaler (
Zürich
1561
):
Ampelen roͤrle oder ringle (das) da der dachten innen ist / vnnd darauß er gezogen wirt / wie der rotz auß der nasen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
sie huesteten oft und dick, daß aiter, pluet und rotz von in prach.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Catharr [...] ist in gemein ein jeder fluß [...] Insonderheit aber einen fluß vom Haupt [...] auff die nase / dannenher die strauche vnd rotz erfolgt.