bruderschaft,
die
;
–/-en
.
– Zur Sache: , 738f.
1.
›Gemeinschaft zwischen Christen, Glaubensgemeinschaft, Freundschaft‹;
zu  2.

Belegblock:

Palmer, Tondolus f. (
Speyer
um 1483
):
vor die woltat dy sie der heiligen kirchen also gethon hant So sint sie kommen in ir bruderschaft.
Lappenberg, Fleming. Ged. (
1636
):
So leichtlich man itzund die Brüderschaften macht, | so leichtlich läßt man sie auch wieder aus der Acht.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Bautzen
1567
):
Daselbs wird rechte Buͤrgerschafft, | Den gleubigen gegeben, | Darzu der Engel Bruͤderschafft, | So gar ein herrlich leben.
Vizkelety, Spangenberg. Glücksw.
446
(
Nürnb.
1613
):
Wolan! wir wollen Tugendhafft / | Auffrichten eine Bruͤderschafft / | Zwischen uns dreyen inn gemein.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Wann wir hetten euch nit durft zeschreiben von der lieb der brůderschaft.
so sy trinckent sy gedenckent nit der freúntschafft noch der brůderschaffte.
Schülke, Geistl. Gemahelsch.
6190
(
moobd.
, Hs.
15. Jh.
):
Wer dy brüderschaft enphahen wil, | der hab got lieb ob allen dingen, | seinen nechsten alz sich, dem müz gelingen | ymmer wol und selichleich; | der brüderschaft werd ewichleich.
Reithmeier, B. v. Chiemsee (
München
1528
):
Deszhalb sollen die Christen miteinander in cristenlicher bruoederschaft leben.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
41, 17
(
tir.
,
1464
):
Es ist ain got, vnser herr Jesus Christus, vnd ain vater aller ding, dem sült ir alain pegern zu gefallen vnd vnd zu leben in ainer pruderschaft.
Schmitt, Ordo rerum
291, 38
;
Voc. inc. teut. d
iijv
;
Dietz, Wb. Luther ;
Preuss. Wb. (Z)
1, 835
;
Öst. Wb.
3, 1149
f.;
2.
›geistliche Vereinigung, religiöse Gemeinschaft, z. B. Orden, Bruderschaft‹;
zu  3.
Syntagmen:
eine alte / elende / gemeine / grosse / löbliche / lobwürdige b
.

Belegblock:

Ziesemer, Marienb. Ämterb.
149, 27
(
preuß.
,
1430
):
2 monstrancien, die gehoren der bruderschaft.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
205, 40
(
preuß.
,
1524
):
eyn sylberyn paciffical und dy puxen mit dem gelt, welchs der bruderschafft aldo gehort.
Chron. Köln (
Köln
1499
):
so is zo Coellen vernuwert, of bais zo sagen, angefangen [...] die [...] broderschaf des rosenkrantz.
Schmidt, St. Kastorst.
2, 1817, 42
(
mosfrk.
,
1426
):
daz wynggartgin hait kone van Wenhe gegeven der elendiger broderschaff zo unser lever frauwen zo Covelencz.
Altmann, Wind. Denkw. (
wmd.
,
um 1440
):
das selbe Marienbilde hette mich der konig geheissen geben zu unser frouwen brüderschaft gon Durdericht.
Bergner, Urk. Kahla (
thür.
,
1500
):
Clauß Moller hat von er Niclaus Goynitz und der bruderschaft der prister 15 fl entpfangen.
Wolf, Norm im sp. Ma.
51, 55
(
omd.
,
v. 1496
):
Von der erwelunge des generalis ministers disser bruderschafft.
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
27, 26
(
nobd.
, o. J.):
uf diesem rate hat man gerett von eyner bruderschaft wegen in unser frawen capellen.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
15. Jh.
):
wer es in allen liep, er wolt gern ir aller vorgeer sein, in irer pruderschaft mit dem kreutz mit in an die Hussen vehten.
Rieder, Gottesfr. (
els.
,
1401
/
2
):
dis ist die minre brůderschaft sante Johans orden.
Chron. Strassb. (
els.
,
1362
):
aber die bruderschaft die donoch darkoment, die gingent gemeinlich alle e in die stat denne sie sich geischeltent.
Nyberg, Birgittenkl.
1, 420, 2
(
schwäb.
,
1505
):
Mer habt ir mir geschriben vnd begeret von der wirdigen frawen priorin wegen, sie vnd das conuent zů nemen in vnser brůderschaft.
Eschenloher. Medicus (
Augsb.
1678
):
die Kirchen zum heiligen Creutz / allwo eben die lobwuͤrdige Bruderschafft Corporis Christi ihr Ampt vnd Gottesdienst gehalten.
Leisi, Thurg. UB
6, 79, 30
(
halem.
,
1360
):
den capplan der alten brůderschaft in únser Frowen múnster ze Costentz.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1459
):
vͥnser lieben frǒwen brůderschaft zů dem obern spitale sechs fůder.
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 124, 22
(
moobd.
,
1350
):
das wir [...] ze chaufen haben geben der sæmnung vnd den duͤrftigen vnd der brůderschaft in dem spital ze Muͤnichen vnsern hof ze Hainrichshouen.
UB ob der Enns
10, 432, 20
(
moobd.
,
1387
):
dye gemayn pruderschafft unser Frawn czeche ze Chirchdorff.
Schmitt, Ordo rerum
69, 25
.
3.
›Zusammenschluß, Vereinigung von Handwerkern, Kaufleuten (in Zünften, Gilden)‹;
zu  5.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
5, 473, 13
(
preuß.
,
1503
):
Von den bruderschafften und gilden.
Dat nuwe Boych (
rib.
,
1396
):
So sante der rait euer alvmb zo allen Ampten vnd Broderschaffen vurss., dat sij vp yre Raithuͤyss alle gemeynlichen quemen.
Loesch, Kölner Zunfturk. (
rib.
,
2. H. 15. Jh.
):
Vortme is verdragen, dat die meistere zorzit des amptz soillen van nu vortan meistere deser vurs. broderschaf sin.
Schmidt, Frankf. Zunfturk. (
hess.
,
M. 15. Jh.
):
In gods namen so hebin wir, die bedir, die bederknecht und die bedirmeyt zu Franckefurt ein bruderschafft an.
Ebd. (
hess.
,
1. H. 15. Jh.
):
wer in diesin sachin und in andern [...] nit gehorsam sin wolde, der sulde auch unser bruderschafft und geselleschafft virlorn han.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 235, 3
(
omd.
,
1427
):
wer eyn messir unweniges in ir bruderschaft treit, der sal i schilling gebin.
Hampe, Nürnb. Ratsverl.
1, 184, 25
(
nobd.
,
1519
):
Dem handtwerck der messerer ist abgelaint, zu irer bruderschafft ain neu leichthuch und kerzen zu machen, dhweil es sonst andere handtwerck auch haben würden.
Rennefahrt, Zivilr. Bern (
halem.
,
1504
):
So denne lassen wir gmein bruͤder, so die uff dem tag ir bruͤderschaft zů samen komen, by ir erwellung des kungs beliben.
Merk, Stadtr. Neuenb. (
nalem.
,
1681
):
Ordnungen, satzungen und articul einer ehrsamen bruederschaft des fischer-handwerks.
Staub, Qu. Wien
3, 2, 2680, 2
(
moobd.
,
1413
):
Die pruederschaft der fleyschakcherzech habent geben nuͤcz und gewer von ainer halben pelpankch.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
um 1600
):
die hantwerchleüt welliche zöch und bruederschaft haben wegen irer arbait.
Wopfner, Bauernkr. Tirol
42, 6
(
tir.
,
1525
):
das alle brüderschaftn unnd zŭnften der hanndtwerchsleŭt mit ieren ordnŭngen unnd straffen abgethan werden.
4.
›Vereinigung von Bauern (zur Zeit des Bauernkrieges)‹.

Belegblock:

Roder, Hugs Vill. Chron. (
önalem.
,
1525
):
allso das sy am zinstag mit irm huffen gen Triberg komend, nomen das stettlin in, schwůr in ieder man in ir brůderschafft.
ist ohne wüssen und willen zu Hanns Millern, der bauren hauptman geloffen, inne gepetten, er solle in ahnnehmen in sein bruoderschaft.