beiderseits,
erstes Kompositionsglied auch als
beder-, beide-, beident-
, zweites mehrfach als
-seit
, auch als
-seiten
belegt (
bederseits, beideseits, beidentseits, bederseit, bederseiten, beideseit, beideseiten, beidentseit, beidentseiten
);
Pronominaladj.
(1),
Indefinitpronomen
(2; 5),
Adv.
(3; 4); vgl. zur Problematik der Wortartbestimmung
beidenhalb
; dort nahezu paralleles Bedeutungsfeld.
1.
›beide, jeder von zwei sachlich zusammengesehenen Bezugsgegenständen‹.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
8415
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Do man in orslagete | Die wangen beider siten.
2.
›beide, jede von zwei im Kontext bereits genannten Bezugsgrößen‹.

Belegblock:

Rosenthal. Bedencken
31, 29
 (
Köln
1653
):
Zweifels frey seind so wol vnsere Werck / alß Gottes Belohnungen beyderseits Gottes gaaben.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
288, 28
 (
thür.
,
1474
):
mogen sy beydersyt uff denselbin felden beyder dorffschaffte vorder wol halden ane uffbrengen sollicher nuwen schaefftrifft.
Opitz. Poeterey
31, 30
 (
Breslau
1624
):
das die liebe doch | Vns wolte beyderseits auch fuͤgen an jhr ioch.
Merk, Stadtr. Neuenb.
40, 35
(
nalem.
,
1399
):
derselben stösse und missehelle sú bedesit uf mich komen sint […] nach dem rechten us ze tragende.
Boner, Urk. Aarburg
75, 13
(
halem.
,
1467
):
und beidersit nit wissent, ob uͥtzit da ze finden sie.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
136, 14
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
33
;
Merk, a. a. O.
34, 33
;
Chron. Augsb.
5, 354, 26
.
3.
›auf beiden Seiten, von beiden her (jeweils im räumlichen Sinne)‹; auch modal: ›auf zweierlei Weise‹.
Bedeutungsverwandte:
 2.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
22623
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Von wilkor vorgebenes | Bringet den holz des lebenes, | Daz beident sit des flumen stat, | Ietweder teil in handen hat.
Maaler
56r
(
Zürich
1561
):
Beiderseyts / Beiderhalben / Zů beiden orten oder seyten.
Ebd.
67r
:
Beyderseits / Jn beid waͤg. Vtroque uersus.
A. à S. Clara. Glori
24, 16
(
Wien
1680
):
der Christen GOtt ist ein GOtt deß Wassers / deme das Meer gehorsamet / da es sich zertheilet / und beederseits wie zwey Crystalline Mauren gestanden.
Schmitt, Ordo rerum
725, 8
;
Diefenbach
631
c;
Henisch
256
;
Dietz, Wb. Luther
1, 240
.
4.
›von beiden Geschäfts-, Handlungsseiten her, beiderseits‹.
Gegensätze:
.

Belegblock:

Voc. Teut.-Lat.
h jv
(
Nürnb.
1482
):
Ersamer od’ ernreicher vō beydēseytē.
Sachs
16, 336, 17
(
Nürnb.
1563
):
Und stürmet die statt zehen tag, | Da beyder-seyt vil volcks erlag.
v. Birken. Erzh. Österreich
74, 28
(
Nürnb.
1668
):
Also ward beyderseits nichts an Feindseeligkeit unterlassen.
Chron. Augsb.
7, 273, 7
(
schwäb.
, zu
1552
):
daß urkunds halben die von geschlechten und zünften sich bederseits mit ainander gůtlich verglichen.
Merk, Stadtr. Neuenb.
93, 30
(
nalem.
,
1504
):
auch des bedersit brief begert.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
76, 1
 (
mslow. inseldt.
,
1606
):
diśen ordentlich aufgerichten, willkürlichen contract beiderśeits Veśt, Treulich […] Zu halten.
Dirr, Münchner Stadtr. 
197, 8
 (
moobd.
,
n. 1319
):
ze der hochzeit niur zwo und dreizzig frawen laden ze baiderseit und nicht mer.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
116, 32
;
Anderson u. a., Flugschrr. 16, 
3, 9
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
6, 20
;
Dietz, Wb. Luther
1, 240
;
Wmu
1, 169/70
;
Rwb
1, 1461
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 488
;
Schweiz. Id.
7, 1464
;
Schmitt, Urkundenspr.
1936, 199
.
5.
›sowohl das eine wie das andere‹.

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 308, 7
 (
Köln
1610
):
in den zeichen beide, | Christus gantz vnd vngescheide, | Beyderseits verbleiben thůt.