austag,
der
;
–/-e
;
in Bed. 2 nur vereinzelte Singularbelege.
1.
›Schlußtag, letzter Tag der Sitzung eines Gerichtes‹.
Wobd.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Grimm, Weisth.
4, 240, 26
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
von frevellen vnd von vstagen sind die zwey teil des schulth. vnd das dirteil des vogtes.
UB Zug
314, 4
(
halem.
,
1399
):
daß die ehgenanten von Hünenberg ihren dritten tag und austag von der klag wegen gegen den vorgenanten von Kyburg söllent behebt haben.
Merz, Urk. Wildegg
52, 66
;
Rwb
1, 1119
;
Schwäb. Wb.
6, 1571
;
Schweiz. Id.
12, 815
.
2.
›Zeitspanne vom Winterende bis zum Vorsommer; Frühling‹ als Phase des ländlichen Wirtschaftsrhythmus, darunter des Viehauftriebs auf die Alm.
Zur Kulturgeschichte: Schweiz. Id.
12, 816
-21; zum Problem der Benennungsmotivation: Ebd.
521
.
Halem.; vorw. wirtschaftsgeschichtliche Texte.
Bedeutungsverwandte:
, .
Syntagmen:
zu (den) austagen
auf dem Wege zur Phrasematisierung.
Wortbildungen:
austagweide
›Recht auf Frühjahrsweide‹ (Metonymie).

Belegblock:

UB Zug
1203, 108
(
halem.
,
1416
):
die vaden ze zúnnen zů den veldren, es sÿg ze herbst oder ze ustagen.
Ebd.
2133, 25, 3
(
1518
):
Der thet sin vech zů ußtagen uffhin uff die allment.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
149, 30
(
halem.
,
1424
/
5
):
dar umb die von Matten des erren iares in den nechst vergangnen ußtagen in großen schaden, kumber vnd vyentschaft gevallen sin.
Ebd.
462, 9
(
1582
):
welcher den ußtag und den herbst die weid hilft ezen.
Ebd.
501, 28
(
1636
):
weill sie [...] das allmendtrecht, nemlichen die außtag- und herbstweyd [...] besizen.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 186, 29
(
halem.
,
1508
/
16
):
welche [...] wund warend, was es also kalt, das si da selbs verdurbent, und fand man iren erst vil zuͤ uss tagen.
Jörg, Salat. Reformationschr.
355, 9
(
halem.
,
1534
/
5
):
erhůb sich glych angender ustagen / dis XXV
sten
jars / ein grosse unerhoͤrte enboͤrung.
Bächtold, H. Salat
62, 13
(
halem.
,
1542
):
Was gar ein rucher winter mit vil schnee, kalt ustagen, mit ruhem luft, noch zů mitten abrellen kein loub, blůst, noch gruͤns. Am 7. tag meien noh vil weld bloss; der was der erst reht sümerlich tag.
Maaler
525r
(
Zürich
1561
):
Zů Außtagen / Im Fruͤling.
Argovia
82, 18
(
halem.
, Hs.
17. Jh.
):
also auch gleicher gestalt zu den Austagen, damit der samen [...] nit verwüest vnd zerloffen werde.
Rennefahrt, Statut. Saanen
270, 3
(
halem.
,
1647
):
das alwegen im ußtag laub und graß nach altem bruch verbotten würt.
Ders., Wirtsch. Bern
765, 20
(
halem.
,
1677
):
zu außtagen, wann sy [acker] uffgebrochen werden.
Ebd.
41, 29
;
Graf-Fuchs, a. a. O.
151, 4
.