sterzen,
starzen,
in 1 Beleg mit
o-
Schreibung,
V.
– Gehäuft obd.
1.
›etw. emporrichten, ragen machen; etw. / sich aufrichten; starren, strotzen‹.
Phraseme:
sterzend vol
.
Syntagmen:
vor hochfart / feiste / völle, von überflus s.; den schwanz / zagel, das messer / schwert, die hörner s., sich s
. ›aufrichten‹;
die rebzeinen
(Subj.)
s
. ›(vor Frost) starren‹,
der märz s
. ›sich jm. entgegenstellen (ütr.)‹,
das fleisch s
. ›strotzen‹.
Wortbildungen:
sterzung
›Schwanz (von Vögeln)‹.

Belegblock:

Luther, WA
10, 3, 6, 18
(
1522
):
Wenn einer ein Schwert treget und allein ist, mag er das Schwert blos oder nicht blos tragen, mags stertzen oder nicht stertzen, da ligt wenig an.
Fastnachtsp.
702, 18
(
nürnb.
,
15. Jh.
):
So storzen ir die milchflaschen, | Reht samm zwu lere sateltaschen.
Goedeke, Fischart Flöh Haz
3244
(
Straßb.
1594
):
Jr solten schir im merzen auch, | [...] | Zwen degen vor forcht um euch schürzen, | Und gegen dem merz, der sterzt, stürzen.
Wiessner, Wittenw. Ring
1435
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
Die hürner ward sie [kuo] stertzen, | Lüejen und auch rauschen.
Maaler
384v
(
Zürich
1561
):
Startzen / Sackvoll sein / Sich plaͤyen. Turgere. Startzend voll / Gesteckt voll
[von Sachen].
Löffler, Columella/Österreicher
2, 191, 19
(
schwäb.
,
1491
):
so ist es zuͦ rainigen mit den federn des adlers oder mit aines ieden starcken gefúgels, die ain startzung hond.
Ebd.
215, 8
:
die reb zain fúrchtend das ysenn, wann sy noch von nechtlichen riffen und gefrúrinen startzend.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
26, 27
(
noobd.
,
1347
/
50
):
als der waltohs seinen zagel stertzt, so macht er ainen halben kraiz.
Stambaugh, Friederich. Saufft.
16, 15
;
Sachs
17, 207, 12
;
Maaler
387v
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
340
;
Schwäb. Wb.
5, 1647
;
Schweiz. Id.
11, 1549
.
2.
›ziellos hin und her laufen, wandern, umherschweifen‹; logische Verbindung mit 1 kaum nachvollziehbar (vgl. Dwb
10, 2, 2, 2540
).
Bedeutungsverwandte:
vgl. , (V.) 4.

Belegblock:

Turmair
4, 393, 10
(
moobd.
,
1522
/
33
):
das gemain unzogen teutsch kriegsvolk [...] lief von den fendlen, sterzt hin und her on alle ordnung.
Ebd.
5, 34, 10
:
den Baiern, so bisher on gewiß haus und hof überal wie die zigeuner lange zeit gesterzt warn.
Winter, Nöst. Weist.
2, 844, 2
(
moobd.
,
1582
):
Die sterzenden lantsknecht der wirt oder ander uber ain nacht nit beherbergen.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
210, 10
(
smoobd.
,
1565
):
Der starken stolzen pettler halben, die durch die land und all jarmärkt ausziechen, auch perg und tal stërzen und hausiern, daz soll nit gestatt werden.