balif,
bällie,
auch
bel(l)is,
der
;
aus
frz.
bailli(f)
(; );
vgl. die Wortfamilie von
ballei.
›Beamter eines Verwaltungsbezirks, Vogt; Gerichtsbeamter, Prätor‹.
Phraseme:
etw. nemen wie der bällie die knechte
(hergeleitet von der Reisläuferwerbung des Baillifs von Dijon, Anton von Bassey, für die frz. Krone).
Bedeutungsverwandte:
 2; vgl. .
Syntagmen:
den b. verhören
;
b.
(Subj.)
jn. rostieren
;
mit dem b. in handlung kommen.
Wortbildungen
bellisbrief
(a. 1623; dazu bdv.: ),
bellistum
›Verwaltungsbezirk‹ (a. 1543/4).

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Dan.
6, 7
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
alle vursten und ratgeben, houbtlute, balywen und lantrichter haben einen rat angegangen.
Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden
117, 22
(
preuß.
,
1400
/
02
):
der schiffher, der Trindekoppis schiff furte noch synem tode, den rostirte der balyun zur Sluͤs in Vlandren vor gelt.
Buch Weinsb. (
rib.
,
1572
):
der baliff von Orliens, der markgraf van Rienel.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
2724
(
schwäb.
,
1453
):
Marschalk und pelis zů mir sas.
Ebd.
3133
:
Der pelis sprach: ,so mercken mich! | Die ritter hond gezwayet sich.
Bächtold, N. Manuel. Abl.
132, 549
(
halem.
,
1525
):
Ich nim’s an, wie der belli die knecht
[dazu
ebd.
, S. 132: “Diese Redensart ist von einer Art des Kartenspiels hergenommen, wo der belli, der à-tout, den Buben (knecht) sticht.“].
Schlosser, a. a. O.
1402
;
1476
;
2294
;
5140
;
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 382, 12
;
Rwb  f.;
Jones, French Borrowings
130
;
Rosenqvist, Frz. Einfluß.
1943, 188
.