balif,
bällie,
auch bel(l)is,
der
;ballei.
›Beamter eines Verwaltungsbezirks, Vogt; Gerichtsbeamter, Prätor‹.
Phraseme:
etw. nemen wie der bällie die knechte
(hergeleitet von der Reisläuferwerbung des Baillifs von Dijon, Anton von Bassey, für die frz. Krone).Syntagmen:
den b. verhören
; b.
(Subj.) jn. rostieren
; mit dem b. in handlung kommen.
Wortbildungen
bellisbrief
bellistum
Belegblock:
alle vursten und ratgeben, houbtlute, balywen und lantrichter haben einen rat angegangen.
der schiffher, der Trindekoppis schiff furte noch synem tode, den rostirte der balyun zur Sluͤs in Vlandren vor gelt.
der baliff von Orliens, der markgraf van Rienel.
Marschalk und pelis zů mir sas.
Ebd.
3133
: Der pelis sprach: ,so mercken mich! | Die ritter hond gezwayet sich.
Ich nim’s an, wie der belli die knecht
[dazu
ebd.
, S. 132: “Diese Redensart ist von einer Art des Kartenspiels hergenommen, wo der belli, der à-tout, den Buben (knecht) sticht.“]. Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 382, 12
; Jones, French Borrowings
130
; Rosenqvist, Frz. Einfluß.
1943, 188
.