äbich,
Adj.
Zum Wort: Splett, Ahd. Wb.
1, 22
; Lexer
1, 499
; Öst. Wb.
1, 45
; Dwb, Neub.
1, 403
.
1.
›umgekehrt, rückwärtig (im räumlichen Sinne); verkehrt (von der Kleiderinnenseite)‹.

Belegblock:

Drescher, Hartlieb. Caes.
174, 14
(
moobd.
,
1456
/
67
):
do wendet sich dasselbe pild und chert sich umb von der perenden frauen an die aͤbichen seitten.
Schles. Wb.
1, 17
.
2.
›von der Sonne abgelegen, auf der Schattenseite liegend‹.

Belegblock:

Pfälz. Wb.
1, 73
.
3.
›umgekehrt, umgewendet (von der Hand)‹; rechtssprachliche Spezialisierung zu 1.

Belegblock:

Klett, J. v. Soest
3, 342
(Hs. ˹
wmd.
,
1478
/
80
˺):
mit dem hat er syn swert uss brocht | und tzu yn tzu ja was er mocht. | mit abscherhant den ersten slag | slog eynem, das er fur ym lag.
Winter, Nöst. Weist.
3, 344, 34
(
moobd.
,
um 1400
):
wer ainen mit der faust slëcht oder mit äbicher hant.
Ebd.
3, 353, 34
;
Siegel u. a., Salzb. Taid.
225, 19
;
310, 10
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
431, 44
;
Öst. Wb.
1, 46a
.
4.
›verkehrt, falsch, unrecht‹.

Belegblock:

Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
32, 7
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
alle ding haben sich verkert: das hinder herfür [...], das under gen berg, das ober gen tal, das ebich an das recht.
Reithmeier, B. v. Chiemsee
1, 8, 30
(
München
1528
):
souil sy heylige schrift [...] felschen oder sonst aebich auslegen.